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✓ 10 dokumentierte Editionen — 91 Künstler haben teilgenommen
Nächste Edition

Arctangent 2026

Wann

19–22 AUG 2026

Wo

Compton Martin, Nord-Somerset

Land

Vereinigtes Königreich

Top-Künstler

Lineup folgt — wir veröffentlichen es sobald es bestätigt ist.

Noch

05
Tage
16
Std
18
Min
12
Sek

Fan service

Zahlen, Heimatort und Eigenheiten

Dokumentierte Editionen102013–2026
Jahre Geschichte14 Jahreseit 2013
Übliches LandVereinigtes Königreich

Über das Festival

ArcTanGent ist ein Festival für Menschen, die Musik nicht glatt, einfach oder sofort verständlich brauchen. Es richtet sich an Hörerinnen und Hörer, die sich über ungerade Taktarten, lange Post-Rock-Steigerungen, kantige Gitarrenfiguren, polyrhythmisches Metal-Gewicht, abrasive Elektronik oder instrumentale Songs freuen, deren emotionaler Höhepunkt erst nach vielen Minuten einsetzt. Seit seiner ersten Ausgabe im Jahr 2013 auf Fernhill Farm nahe Bristol hat sich ArcTanGent zu einem der wichtigsten britischen Treffpunkte für Post-Rock, Math Rock, Noise Rock, Experimental Metal, Prog, Hardcore, Post-Metal und all jene Sounds entwickelt, die auf großen Mainstream-Festivals oft keinen natürlichen Platz finden.

Der Ort ist ein wesentlicher Teil dieser Identität. Fernhill Farm in Compton Martin, Somerset, gibt dem Festival einen ländlichen Rahmen, ohne es unzugänglich wirken zu lassen. Bristol ist nicht weit entfernt, doch auf dem Gelände bestimmen Felder, Camping, Wege, wechselhaftes Wetter, Food-Stände, Bier, Cider und die Bewegung zwischen den Bühnen den Rhythmus. ArcTanGent besitzt eine besondere Stärke: Es ist kompakt genug, um ehrgeizig zu sein. Während man bei vielen Festivals von Anfang an akzeptiert, große Teile des Programms zu verpassen, lädt ATG dazu ein, es wenigstens zu versuchen. Man kann zwischen Bühnen wechseln, Freunde wiederfinden, schnell etwas essen, zum Zelt zurücklaufen und trotzdem rechtzeitig bei einer Band stehen, die man vielleicht nur hier sehen würde.

Musikalisch ist ArcTanGent außergewöhnlich klar kuratiert. Es ist kein Rockfestival mit ein paar experimentellen Ausnahmen und auch kein Metal-Festival mit etwas Post-Rock als Abwechslung. Das Festival macht genau diese Zwischenräume zum Zentrum. Hier finden lange instrumentale Spannungsbögen, technische Gitarrenmusik, Sludge, Noise, Hardcore, Post-Metal, progressive Strukturen, düstere Klangflächen, elektronische Härte, fragile Kammermomente und massive Crescendos nebeneinander statt. Viele dieser Acts wären anderswo Randnotiz, Geheimtipp oder stilistischer Sonderfall. Bei ArcTanGent sind sie nicht Beiwerk. Sie bilden die eigentliche Sprache des Festivals.

Das Publikum versteht diese Sprache. Bei ATG trifft man nicht nur Menschen, die ein paar bekannte Namen abhaken wollen. Man trifft Leute, die morgens schon fünf unbekannte Bands empfehlen, die Spielplanüberschneidungen mit fast wissenschaftlicher Ernsthaftigkeit diskutieren, die während eines leisen Ambient-Parts völlig still werden und sich kurz darauf in einen gewaltigen Sound stürzen. Zwischen den Besucherinnen und Besuchern entsteht eine besondere Vertrautheit, auch ohne dass man sich kennt. Sie kommt aus dem Gefühl, dass alle ungefähr wissen, warum sie hier sind. Diese Musik verlangt Aufmerksamkeit, und das Festival gibt ihr ein Publikum, das bereit ist, diese Aufmerksamkeit zu schenken.

Die körperliche Erfahrung gehört genauso dazu. Man kommt an, holt das Bändchen, trägt das Gepäck zum Campingplatz, baut das Zelt auf, öffnet den Zeitplan und merkt sofort, dass Entscheidungen wehtun werden. Ein Set überschneidet sich mit einem anderen, ein Freund empfiehlt etwas Unverzichtbares, der Regen verändert die Wege, der Matsch testet die Schuhe, das Essen dauert länger als geplant, und irgendwann wartet nach den Live-Bands noch die Silent Disco. ArcTanGent verspricht keine perfekte Bequemlichkeit. Es verlangt Energie, Neugier und ein gewisses Maß an Hingabe. Nach einem Tag kennt der Körper das Gelände bereits: wo man sich trifft, wie lange der Weg zum Zelt wirklich ist, welcher Stand rettet, wann man besser eine Jacke holt und welcher Bühnenwechsel sich lohnt.

Trotz seines Wachstums hat das Festival seinen unabhängigen Charakter behalten. Der Gewinn des Best Small Festival Award bei den UK Festival Awards 2018 und spätere Nominierungen als Best Medium Festival zeigen, dass ArcTanGent längst mehr ist als ein Geheimtipp. Trotzdem wirkt es nicht wie ein Event, das seine Identität verwässert hat, um größer zu werden. Das ist entscheidend. Das Festival kann Namen wie Primus, Chelsea Wolfe, Cult of Luna and Julie Christmas, Alcest, Igorrr, Napalm Death, Perturbator, SikTh, Oathbreaker, Nordic Giants, TTNG, Zu und viele andere buchen, ohne daraus ein austauschbares Alternative-Line-up zu machen. Die Künstlerinnen und Künstler passen in ein Ökosystem, nicht nur auf ein Plakat.

Dieses Ökosystem macht ArcTanGent besonders. Das Festival liegt zwischen Szenen, die sonst oft getrennt werden: schwere Musik und experimentelle Komposition, Underground-Rock und progressive Ambition, Metal und Post-Rock, Lärm und Schönheit, technische Präzision und körperliche Entladung. ArcTanGent zwingt diese Welten nicht, gleich zu klingen. Es lässt sie sich berühren. Deshalb kann das Festival gleichzeitig intensiv und freundlich, anspruchsvoll und herzlich, intellektuell und sehr körperlich sein. Entdeckung ist hier kein Nebeneffekt, sondern ein Teil des Versprechens.

ArcTanGent ist wichtig, weil es komplizierter Musik ein einfaches Zuhause gibt: eine Farm, Camping, nahe Bühnen, gutes Essen, Getränke, nächtliche Silent Disco und ein Publikum, das wirklich zuhören will. In einer Festivallandschaft, in der viele Veranstaltungen immer ähnlicher wirken, bleibt ATG sofort erkennbar. Man versteht, warum es existiert und wen es anspricht. Für Menschen, die Schönheit in Verzerrung hören, Struktur im Lärm erkennen und emotionale Wucht in einer Taktart finden, die sich nie bequem setzt, ist ArcTanGent kein erklärungsbedürftiges Nischenfestival. Es ist der Ort, an dem diese Musik endlich selbstverständlich wirkt.

Offizielle Website · arctangent.co.uk

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Steckbrief

Üblicher Monat
August
Typische Dauer
4 Tage
Übliche Stadt
Bristol
Verschiedene Städte
4
Längste Serie
5 Jahre hintereinander
Erste Edition
2013

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