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6 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit
Zahlen, Heimatort und Eigenheiten
Art of the Wild ist ein Festival, das Las Vegas aus einer anderen Perspektive versteht als große Stadionproduktionen oder riesige Wüstenfestivals. Seine Welt besteht nicht aus Camping, Staub, offenen Feldern oder weit entfernten Bühnen. Sein Gebiet ist das Resort, der Club, der Pool, die präzise gestaltete Nacht, hochwertiger Sound, eine wilde und zugleich luxuriöse Ästhetik, teure Lichtproduktion, ein Publikum im Wochenendmodus und eine House- und Techno-Kuratierung, die eher an Ibiza, Tulum oder Miami erinnert als an maximalistisches Mainstage-EDM. Seit 2018, entstanden aus der Zusammenarbeit von Wynn Nightlife und Framework, nimmt Art of the Wild einen besonderen Platz in der amerikanischen elektronischen Musik ein: Clubkultur, erweitert zu einem Festivalwochenende.
Der Ort ist entscheidend. Wynn Las Vegas ist nicht einfach Gastgeber, sondern bestimmt, welche Art von Erlebnis dieses Festival sein kann. XS Nightclub, Encore Beach Club und Encore Beach Club at Night bildeten je nach Ausgabe den natürlichen Rahmen, in dem Art of the Wild zwischen Tag und Nacht, Poolparty und Nachtclub, immersiver Produktion und internationaler DJ-Kultur wechseln kann. Anders als ein traditionelles Festival, bei dem man ein abgeschlossenes Gelände betritt und die Stadt hinter sich lässt, ist Art of the Wild direkt in die Sprache von Las Vegas eingebettet: Hotels, VIP-Tische, Bottle Service, Wasser, Licht, Casino-Flure, Aufzüge, Suiten, Fahrten über den Strip und ein Luxusgefühl, das nicht Beiwerk, sondern zentraler Bestandteil ist.
Musikalisch hat Art of the Wild seine Identität rund um House, Techno und deren elegantere, hypnotischere und globalere Strömungen aufgebaut. Das Festival versucht nicht, mit den großen EDM-Spektakeln zu konkurrieren, und es gibt sich auch nicht als Underground-Warehouse-Event aus. Seine Stärke liegt anderswo: internationale Clubmarken, DJs und Party-Konzepte in ein Venue-System zu bringen, in dem visuelle Produktion, Komfort und Resort-Service auf einen verfeinerten Dancefloor-Sound treffen. Zur Geschichte des Festivals gehören Namen wie Black Coffee, Damian Lazarus, Guy Gerber, Bedouin, CamelPhat, Fatboy Slim, Purple Disco Machine, Bob Moses, Maceo Plex, Nicole Moudaber, Fisher, Claptone, Chris Liebing, Kölsch, Denis Sulta, RÜFÜS DU SOL, ODESZA, Vintage Culture, MAU P, Kaskade Redux und The Martinez Brothers. Der Fokus liegt auf Groove, Entwicklung, Atmosphäre und anhaltender Bewegung, nicht auf schneller Wirkung.
Die Verbindung zu Marken wie elrow, Circoloco, Paradise, Rumors, All Day I Dream und Framework erklärt einen großen Teil der DNA. Art of the Wild ist nicht bloß eine Liste von DJs. Es ist eine Abfolge temporärer Clubwelten. Ein Takeover kann bunt und theatralisch sein, ein anderer tief und spirituell, ein weiterer nahe an der Ibiza-Mythologie, ein anderer stärker auf House oder Techno fokussiert. Dadurch kann das Festival innerhalb eines Wochenendes mehrere Stimmungen tragen. Wichtig ist nicht nur, wer spielt, sondern welches Clubuniversum für einige Stunden in Las Vegas landet.
Körperlich unterscheidet sich die Erfahrung deutlich von anderen elektronischen Festivals. Man kommt nicht mit Campingausrüstung, staubigen Schuhen und Trinkrucksack. Man kommt aus einem Hotelzimmer, von einem Dinner, aus einer Pool-Cabana, vom Casino-Floor, aus einem anderen Club oder direkt vom Strip. Der Tag kann im Encore Beach Club mit Sonne, Wasser, Swimwear, Cabanas und helleren Grooves beginnen. Die Nacht kann im XS in einer dichteren, eleganteren Atmosphäre enden, in der sich Luxusreisende, House-Fans, Besucher aus Kalifornien, internationale Gäste, Wynn-Stammgäste und neugierige Las-Vegas-Touristen mischen. Art of the Wild funktioniert, weil das Resort selbst zur Festivalarchitektur wird.
Es ist kein klassisches Festival im Sinn von Feld, Bühne und Camping. Es ist eher ein Nightlife-Festival: ein wiederkehrendes mehrtägiges Ereignis, das Clubkultur, Premium-Hospitality, internationale DJs und immersives Design nutzt, um ein vollständiges Wochenende zu formen. Man muss es mit anderen Maßstäben lesen. Die Besucherfahrung besteht nicht nur aus einer Menge vor einer Hauptbühne, sondern aus Bewegung zwischen Events, Tischen, Pools, Clubs, Zeitfenstern und aufeinanderfolgenden Nächten. Auch die Community unterscheidet sich von der eines Campingfestivals. Sie ist mobiler, reisefreudiger, stärker an Luxus und an Las Vegas als erwachsenem Spielraum gebunden.
Art of the Wild ist wichtig, weil es eine andere Seite elektronischer Musik in Las Vegas zeigt. Lange wurde die Stadt vor allem mit Superstar-DJ-Residencies, Big-Room-EDM und maximalem Spektakel verbunden. Dieses Event hat innerhalb desselben Luxusökosystems einen kuratierteren Raum für House und Techno geschaffen, ohne auf den Glanz von Wynn zu verzichten. Seine Stärke liegt in der Balance: genug Luxus, um eindeutig Las Vegas zu sein; genug musikalische Glaubwürdigkeit, um Clubpublikum anzuziehen; genug Produktion, um immersiv zu wirken; und genug Kontinuität, um als Marke erkennbar zu bleiben. Art of the Wild bringt elektronische Musik nicht im üblichen Sinn in die Wüste. Es bringt sie in das Zentrum der Las-Vegas-Nacht und kleidet sie als anspruchsvolles Clubritual.
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