Ranking
#710
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Wann
2026
Top-Künstler
Lineup folgt — wir veröffentlichen es sobald es bestätigt ist.
2 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit
Zahlen, Heimatort und Eigenheiten
Barn on the Farm entstand aus einer bemerkenswert einfachen Idee: junge Musiker auf einen echten Bauernhof einzuladen, sie möglichst nah vor dem Publikum auftreten zu lassen und den Liedern mehr Bedeutung zu geben als der Größe der Produktion. Seit der ersten Ausgabe im Jahr 2010 verwandelte sich Over Farm außerhalb von Gloucester in eine kleine Welt aus Scheunen, Bühnen, Zelten und ländlichen Wegen, auf denen neue Künstler ihr Publikum finden konnten.
Gegründet wurde das Festival von Josh Sanger, der damals ungefähr neunzehn Jahre alt war. Er rief bei der Familie von Over Farm an und fragte, ob er auf dem Gelände ein Musikfestival veranstalten dürfe. Die Familie ließ sich auf den Versuch ein, obwohl es zu diesem Zeitpunkt weder eine etablierte Marke noch eine große Organisation gab. Aus dem kleinen, von Folk und akustischer Musik geprägten Anfang entwickelte sich eines der charakteristischsten unabhängigen Festivals Großbritanniens.
Over Farm war dabei nie nur eine hübsche Kulisse. Landwirtschaftliche Gebäude, Felder, der Wooden Barn und der normale Betrieb der Farm prägten das Wochenende. Wer anreiste, ließ Gloucester hinter sich, folgte der A40 und betrat ein Gelände, das weiterhin wie ein ländlicher Arbeits- und Ausflugsort wirkte. Einige Bühnenbereiche lagen auf festem Boden, während Campingplatz und Parkplatz auf Grasflächen eingerichtet wurden. Regen konnte deshalb den Charakter eines Wochenendes innerhalb kurzer Zeit verändern.
Trotz des Wachstums bewahrte das Festival mehrere bewusst intime Elemente. Intimate Thursday wurde zu einer besonderen Eröffnung mit begrenzter Besucherzahl, kleineren Auftritten und häufig einem geheim gehaltenen Headliner. Musiker blieben nach ihren eigenen Konzerten auf dem Gelände, sahen sich andere Künstler an und bewegten sich zwischen denselben Menschen, die kurz zuvor vor ihrer Bühne gestanden hatten. Die Grenze zwischen Künstlern und Publikum blieb ungewöhnlich durchlässig.
Einen großen Teil seines Rufs verdankte Barn on the Farm der frühen Entdeckung später erfolgreicher Musiker. Ed Sheeran, James Bay, Jack Garratt, Ben Howard, Hozier, Lewis Capaldi, Dermot Kennedy und Tom Grennan spielten dort zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihrer Karriere. Einige kehrten später in deutlich größeren Positionen zurück. Dadurch wurde ihre Entwicklung auch Teil der Festivalgeschichte: Besucher konnten erzählen, dass sie einen zukünftigen Star noch in einer Scheune oder auf einer kleinen Bühne erlebt hatten.
Das Musikprofil ging über eine enge Definition von Indie hinaus. Singer-Songwriter mit akustischer Gitarre standen neben Alternative Rock, modernem britischem Pop, Folk und Bands, deren Stil sich noch entwickelte. Bombay Bicycle Club, The Vaccines, Beabadoobee, Griff, Maisie Peters, Bleachers, Holly Humberstone, Olivia Dean, Rachel Chinouriri und Wunderhorse gehörten zu den Künstlern späterer Jahre. Das Programm richtete den Blick nicht nur auf bekannte Songs, sondern auf Musik, die möglicherweise erst in Zukunft große Hallen füllen würde.
Das Camping machte aus dieser Entdeckungsreise ein vollständiges Wochenende. Besucher bauten ihre Zelte auf, merkten sich den Weg zum Festivalbereich und wachten mit den typischen Geräuschen eines Campingplatzes auf. Familien, Freundesgruppen und langjährige Stammgäste teilten dasselbe Gelände. Bei nur wenigen tausend Menschen war das Festival groß genug, um verschiedene Welten zu bieten, aber klein genug, damit sich Wege immer wieder kreuzten.
Auch der Tagesablauf wurde von der Farm bestimmt. Bei Sonne saßen Menschen zwischen den Konzerten auf dem Gras, bei Regen wurden Gummistiefel und wasserdichte Kleidung unverzichtbar. Die Wege zwischen den Bühnen waren überschaubar. Man musste einen Auftritt nicht lange vor dem Ende verlassen, nur um rechtzeitig an einem anderen Ort anzukommen. Diese Übersichtlichkeit unterstützte die ruhige, gemeinschaftliche Atmosphäre.
Die Entwicklung verlief allerdings nicht ohne Unterbrechungen. 2020 und 2021 konnte Barn on the Farm wegen der Pandemie und fehlender finanzieller Absicherung nicht stattfinden. 2022 kehrte das Festival mit einem neu gestalteten und größeren Gelände zurück. Die Ausgabe von 2023 wurde von Gang of Youths, Bleachers und Holly Humberstone angeführt; außerdem spielten Olivia Dean, DYLAN, Wunderhorse, The Staves, Rachel Chinouriri und zahlreiche weitere Künstler.
Seitdem befindet sich die Veranstaltung in einer schwierigen Pause. Die wirtschaftlichen Bedingungen führten zur Absage von 2024. Ein angekündigtes Comeback im Jahr 2025 wurde ebenfalls gestoppt, weil die Organisatoren weder die Qualität reduzieren noch ein unverhältnismäßiges persönliches Risiko eingehen wollten. Der Wunsch nach einer Rückkehr wurde mehrfach betont, doch eine vollständig bestätigte neue Ausgabe fehlt bislang.
Die Bedeutung von Barn on the Farm liegt deshalb nicht in seiner Größe. Das Festival schuf einen seltenen Zwischenraum: professioneller und ambitionierter als ein lokales Konzert, aber näher und persönlicher als ein großes Open-Air. Sein Bild bleibt das einer Scheune voller Menschen, die einem neuen Künstler zuhören und vielleicht bereits spüren, dass diese Songs bald weit über die Felder von Gloucester hinausreichen werden.
Zeitstrahl
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