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✓ 4 dokumentierte Editionen — 45 Künstler haben teilgenommen

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Zahlen, Heimatort und Eigenheiten

Dokumentierte Editionen42022–2024
Jahre Geschichte5 Jahreseit 2022
Übliches LandReino Unido

Über das Festival

bluedot wurde 2016 am Jodrell Bank Observatory mit einem Konzept gegründet, das sich deutlich von einem gewöhnlichen britischen Musikfestival unterschied. Unter dem gewaltigen Lovell-Teleskop verband die Veranstaltung Konzerte, elektronische Musik, Astronomie, Wissenschaft, Kunst, Technologie, Comedy und Familienangebote. Musik bildete das emotionale Zentrum, doch das Festival verstand sich zugleich als gemeinschaftliche Erkundung von Wissen, Kreativität und der Stellung des Menschen im Universum.

Jodrell Bank war nicht nur eine spektakuläre Kulisse. Das Observatorium gehört zu den bedeutenden Zentren der Radioastronomie und wird tatsächlich zur Untersuchung von Pulsaren, Galaxien und fernen kosmischen Erscheinungen genutzt. Das Lovell-Teleskop mit seinem Durchmesser von sechsundsiebzig Metern dominierte das Gelände. Wenn sich die Schüssel während eines Konzerts bewegte, wurde Wissenschaft selbst Teil des visuellen Erlebnisses.

Der Name bezog sich auf den „Pale Blue Dot“, jenes Bild der Erde, das Voyager 1 aus großer Entfernung aufnahm und das durch Carl Sagan bekannt wurde. Aus kosmischer Perspektive erscheint unser Planet klein, verletzlich und ohne sichtbare Grenzen. Diese Vorstellung bildete den philosophischen Kern von bluedot und verband Weltraumforschung mit Fragen nach Gesellschaft, Umwelt und gemeinsamer Verantwortung.

Die erste Ausgabe fand im Juli 2016 statt. Jean-Michel Jarre, Underworld und Caribou gehörten zu den wichtigsten Künstlern. Jarre war für den Beginn besonders passend, da seine elektronische Musik, visuelle Großproduktionen und technologische Experimentierfreude unmittelbar mit dem Observatorium kommunizierten. Schon im ersten Jahr wurde deutlich, dass Wissenschaft keine oberflächliche Dekoration bleiben sollte.

Spätere Programme umfassten Alt-J, The Chemical Brothers, The Flaming Lips, Gary Numan, Future Islands, Orbital, Goldfrapp und Public Service Broadcasting. 2019 präsentierten Kraftwerk ihre dreidimensionale Show unter dem Lovell-Teleskop. New Order und Hot Chip verbanden gleichzeitig verschiedene Generationen britischer elektronischer Musik.

Die Lovell Stage war für die großen Konzerte vorgesehen. Orbit konzentrierte sich auf elektronische Musik, House, Techno und audiovisuelle Auftritte. Weitere Bereiche boten Nachwuchsbands, Ambient, Jazz, experimentelle Musik und nächtliche DJ-Sets. Besucher konnten von einer monumentalen Produktion zu einer kleinen Performance oder einem Clubraum wechseln, ohne das kosmische Gesamtkonzept zu verlassen.

Das Wissenschaftsprogramm wurde ebenso sorgfältig kuratiert wie das musikalische Angebot. Forscher, Astronauten, Autoren und Wissenschaftsvermittler sprachen über Astronomie, Physik, Raumfahrt, Klimawandel, Biologie und Technologie. Brian Cox, Jim Al-Khalili, Maggie Aderin-Pocock, Tim O’Brien und viele weitere Fachleute nahmen im Laufe der Jahre teil.

Experimente, Labore und Workshops sorgten dafür, dass Wissenschaft nicht nur aus Vorträgen bestand. Familien konnten Forschende treffen, den Himmel beobachten und praktische Aufgaben durchführen. Kinder wurden dazu angeregt, eigene Fragen zu stellen. Damit bot bluedot eine seltene Verbindung aus zeitgenössischer Musikkultur und ernsthafter Bildung.

Kunst vermittelte zwischen den verschiedenen Bereichen. Lichtinstallationen, Projektionen, kinetische Objekte und immersive Aufführungen veränderten das Observatorium nach Einbruch der Dunkelheit. Das Teleskop wurde zur Projektionsfläche, bewegten Skulptur oder stillen Silhouette hinter der Bühne. Seine wissenschaftliche Funktion blieb dabei immer erkennbar.

Die für 2020 und 2021 geplanten Veranstaltungen wurden aufgrund der Pandemie abgesagt. Björk, Groove Armada und Metronomy waren für das Programm vorgesehen. Als bluedot 2022 zurückkehrte, kamen mehr als zwanzigtausend Besucher nach Jodrell Bank. Björk beendete die Ausgabe mit einer eigens entwickelten Aufführung gemeinsam mit dem Hallé Orchestra.

2023 eröffneten Max Richter und das BBC Concert Orchestra das Festival, wobei Tilda Swinton an VOICES beteiligt war. Grace Jones, Pavement, Róisín Murphy, Leftfield, Young Fathers, Django Django, Nubya Garcia und Black Country, New Road gehörten zum weiteren Programm. Außergewöhnlich starker Regen führte jedoch zu schweren Boden-, Verkehrs- und Abreiseproblemen.

Anschließend kündigte die Organisation für 2024 ein Ruhejahr an, damit sich das Gelände erholen konnte. 2025 fand ebenfalls keine Ausgabe statt, und für 2026 wurde keine offiziell bestätigte Veranstaltung veröffentlicht. bluedot gilt daher als inaktiv, jedoch nicht eindeutig als endgültig eingestellt, da die Organisatoren erklärt haben, die Reise sei noch nicht abgeschlossen.

Das Festival hinterließ eine unverwechselbare Identität. Wissenschaft und Musik wurden nicht als voneinander getrennte Programmpunkte behandelt, sondern als unterschiedliche Ausdrucksformen derselben Neugier. Sechs Ausgaben lang versammelten sich Menschen unter einem Instrument, das für die Erforschung des Universums gebaut wurde, und erlebten Entdeckung als gemeinschaftliche Kultur.

Offizielle Website · www.discoverthebluedot.com

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Steckbrief

Üblicher Monat
Juli
Typische Dauer
4 Tage
Übliche Stadt
Jodrell Bank
Verschiedene Städte
2
Längste Serie
3 Jahre hintereinander
Erste Edition
2022

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