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✓ 11 dokumentierte Editionen — 58 Künstler haben teilgenommen

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Zahlen, Heimatort und Eigenheiten

Dokumentierte Editionen112013–2026
Jahre Geschichte14 Jahreseit 2013
Übliches LandVereinigte Staaten

Über das Festival

Noch bevor California Roots selbst Geschichte schreibt, steht das Festival auf einem Gelände, das längst Musikgeschichte besitzt. Auf dem Monterey County Fair & Event Center fand 1967 das Monterey International Pop Festival statt, bei dem Jimi Hendrix seine Gitarre in Brand setzte. Mehr als vierzig Jahre später begann dort ein völlig anderes Festival, ohne direkte Verbindung zu diesem berühmten Vorgänger und zunächst ohne Anspruch auf ähnliche Größenordnung. 2010 bestand California Roots aus einem Tag, einer Bühne und ungefähr 1.400 Besuchern. Gründer Jeff Monser hatte zuvor noch nie ein Festival organisiert. Dass daraus eines der größten Reggae-Rock-Treffen der USA werden würde, war damals kaum abzusehen. Der Anfang ähnelte eher einer großen Party als einer fertig entwickelten Festivalmarke.

Monser hatte California Roots ursprünglich als Bekleidungsmarke aufgebaut und bei Reggae-Rock-Konzerten in Kalifornien Shirts verkauft. Das erste Festival sollte der Community hinter dieser Marke einen gemeinsamen Ort geben. Dirty Heads und Tribal Seeds gehörten zu den wichtigen Namen der Premiere, und schon im zweiten Jahr verdoppelte sich die Besucherzahl ungefähr. 2012 kam Dan Sheehan als Partner und Produzent hinzu. Seine Erfahrungen im Booking und in der Konzertproduktion an der Westküste und auf Hawai‘i veränderten die Möglichkeiten erheblich. Agenturen und Managements konnten professioneller angesprochen werden, größere Acts kamen ins Programm, und aus dem eintägigen Treffen entwickelte sich innerhalb weniger Jahre ein mehrtägiges Festival mit mehreren Bühnen und einer nationalen Ausstrahlung.

Reggae blieb das Zentrum, doch der Begriff „Roots“ wurde zunehmend weiter verstanden. Rebelution, Slightly Stoopid, Dirty Heads, Stick Figure, Iration, The Expendables und SOJA stehen für jene amerikanische Reggae-Rock-Kultur, die in Kalifornien besonders stark wurde. Damian Marley, Stephen Marley, Ziggy Marley, Burning Spear, Steel Pulse, Protoje und Chronixx verbinden das Festival mit verschiedenen Generationen jamaikanischer Reggae-Tradition. Gleichzeitig fanden Hip-Hop, Folk und Rock immer mehr Platz. Nas, Cypress Hill, The Roots, Atmosphere, Ben Harper, 311 und Tash Sultana passen hier nebeneinander, weil California Roots weniger eine reine Genregrenze verteidigt als ein Umfeld, in dem bestimmte unabhängige Livekulturen und musikalische Gemeinschaften miteinander in Kontakt kommen.

Der Veranstaltungsort verhindert, dass dieses Wachstum völlig unübersichtlich wird. Das Monterey County Fair & Event Center umfasst rund 22 Acres und liegt innerhalb der Stadt, nicht auf einem abgelegenen Gelände weit außerhalb. Permanente Außenbühnen, Grünflächen und Gebäude werden für das Festival miteinander verbunden. Zwischen großen Konzerten kann man zu Essen, Kunst, Nonprofit-Bereichen oder ruhigeren Flächen wechseln, ohne kilometerlange Wege zurückzulegen. Monterey bleibt während des gesamten Wochenendes Teil der Erfahrung. Viele Besucher übernachten in der Stadt oder rund um die Bucht, kommen zu Fuß, per Rad oder über die lokalen Straßen und verlassen das Gelände am Abend wieder. Das Küstenklima erinnert besonders nach Sonnenuntergang daran, dass Nordkalifornien selbst Ende Mai schnell kühl werden kann.

Umweltpolitik wurde mit der Zeit zu einem der konkretesten Merkmale der Produktion. Kostenlose Wasserstationen, wiederverwendbare Trinkgefäße, kompostierbares Geschirr, Mülltrennung, Programme zur Abfallreduzierung sowie ein kostenloser Bike- und Skate-Valet gehören zu den Maßnahmen. Das Festival finanzierte die Pflanzung von Tausenden Redwood-Setzlingen und arbeitete mit Organisationen zum Schutz der Monterey Bay zusammen. 2020 erhielt es eine Zertifizierung, die von den Veranstaltern als erste Green-Festival-Zertifizierung im Bundesstaat Kalifornien bezeichnet wird. Zudem erkennt California Roots das Gelände als traditionelles Heimatgebiet von Esselen, Rumsen, Costanoan und Ohlone an. Damit wird die Vorstellung von „Roots“ zumindest teilweise auch auf die Verantwortung gegenüber Ort und Geschichte übertragen.

Parallel dazu ist eine mehrgenerationale Community entstanden. Manche Besucher haben Rebelution, SOJA oder ähnliche Bands schon erlebt, als diese noch deutlich weiter unten im Line-up standen, und sehen sie Jahre später als große Namen zurückkehren. Jüngere Acts übernehmen inzwischen ihre früheren Slots. Dieses wiederkehrende Muster lässt California Roots weniger wie eine zufällige Zusammenstellung von Tourneen wirken und mehr wie ein jährliches Treffen einer Szene. Cali Roots Radio und andere Projekte von Good Vibez Presents haben dieses Netzwerk über Monterey hinaus erweitert. Island Reggae aus Hawai‘i und dem Pazifik, jamaikanischer Roots-Reggae, amerikanischer Reggae-Rock und Conscious Hip-Hop gehören heute zu einem viel größeren musikalischen Stammbaum als 2010.

Die Pandemie unterbrach diese Kontinuität deutlich. Nach zehn aufeinanderfolgenden Jahren fielen 2020 und 2021 aus. 2022 kehrte das Festival zurück, und gerade dabei zeigte sich, wie schwer sich sein zentraler Wert digital ersetzen lässt: Menschen, die dieselben Bands nicht nur hören, sondern gemeinsam auf demselben Gelände erleben. 2026 fand die 15. Ausgabe wieder über drei Tage statt, mit rund 9.000 Besuchern pro Tag. Ice Cube brachte Westcoast-Hip-Hop-Geschichte nach Monterey, Rebelution und SOJA standen für den Kern der Szene, Burning Spear für fundamentalen Roots-Reggae. Tash Sultana, Common Kings, The Elovaters, The Green, Pepper, Collie Buddz und J Boog zeigten zugleich, wie weit der Begriff California Roots inzwischen reicht.

Für den 28. bis 30. Mai 2027 ist bereits die 16. Ausgabe angekündigt. Nach so vielen Jahren könnte das Festival leicht zu einer Nostalgieveranstaltung für eine bestimmte Reggae-Rock-Generation werden. Seine Zukunft hängt jedoch davon ab, genau das nicht vollständig zuzulassen. Veteranen müssen wiederkommen, weil ihre Songs gemeinsame Erinnerungen tragen; neue Acts müssen danebenstehen, damit die Szene nicht nur ihre Vergangenheit feiert. Der Fairgrounds erinnert an 1967, obwohl California Roots keine Fortsetzung von Monterey Pop ist. Der Name spricht von Wurzeln, während die Musik ständig neue Richtungen einschlägt. Vielleicht liegt darin die passendste Beschreibung: Das Gelände bleibt stabil, aber jedes Jahr wachsen andere Äste über dieselbe Bühne.

Offizielle Website · californiarootsfestival.com

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Steckbrief

Üblicher Monat
Mai
Typische Dauer
3 Tage
Übliche Stadt
Monterey, California
Längste Serie
5 Jahre hintereinander
Erste Edition
2013

Zeitstrahl

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