2023

Campus Festival Bielefeld

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1 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit

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Zahlen, Heimatort und Eigenheiten

Dokumentierte Editionen12023–2023
Jahre Geschichte4 Jahreseit 2023
Übliches LandDeutschland

Über das Festival

Fast das ganze Jahr folgt das Gelände der Universität Bielefeld einem vertrauten Rhythmus: Studierende wechseln zwischen Gebäuden, Fahrräder stehen an den Wegen, Menschen gehen zur Bibliothek oder versuchen rechtzeitig zum nächsten Seminar zu kommen. An einem Tag im Juni verändert sich diese Bewegung vollständig. Bühnen stehen vor akademischen Fassaden, Rasenflächen werden zu Zuschauerbereichen und tausende Menschen kommen nicht, um möglichst schnell weiterzugehen, sondern um stundenlang zu bleiben. Genau aus dieser Verwandlung bezieht das Campus Festival Bielefeld einen großen Teil seines Charakters. Die Universität wird nicht hinter Festivaldekoration versteckt. Gebäude, Wege und Freiflächen bleiben sichtbar und werden selbst Teil der Veranstaltung.

2015 entstand das Festival als Kooperation zwischen Universität Bielefeld, der damaligen Fachhochschule Bielefeld, Bielefeld Marketing und der Konzertagentur Vibra. Hinter der Idee steckte mehr als eine große Studentenparty. Der neu entwickelte gemeinsame Hochschulcampus sollte nicht nur moderner Wissenschaftsstandort sein, sondern auch ein kultureller Mittelpunkt des studentischen und städtischen Lebens. Die Premiere am 25. Juni übertraf diese Vorstellung sofort. Rund 19.500 Menschen kamen zu Alligatoah, AnnenMayKantereit, Gentleman, Thees Uhlmann und weiteren Acts. Nach den Open-Air-Konzerten ging die Nacht auf zwei DJ-Floors in der Mensa weiter. Bereits im ersten Jahr hatte Bielefeld damit ein Campusfestival geschaffen, das in der Größenordnung mit etablierten Stadtfestivals konkurrierte.

Das Booking entwickelte schnell eine breite Sprache. 2016 standen Sportfreunde Stiller, Bosse, Frittenbude und SDP im Programm; 2017 Casper und Joris; 2018 Cro, Von Wegen Lisbeth, Turbostaat und Goldroger. 2019 konnte Fritz Kalkbrenner eine Ausgabe anführen, bei der gleichzeitig Donots, Nura, Grossstadtgeflüster, Sondaschule und Provinz spielten. Diese Mischung gehört zum Konzept. Rap, Pop, Indie, Rock, Punk und elektronische Musik werden nicht als getrennte Szenen behandelt, sondern als verschiedene Teile einer jungen deutschsprachigen Popkultur. Große Namen bringen Reichweite, kleinere Bühnen geben Newcomern die Möglichkeit, sich vor einem Publikum zu zeigen, das deutlich größer ist als bei typischen Hochschulveranstaltungen.

Trotz dieser Größe bleibt die Verbindung zu Studierenden strukturell wichtig. Ermäßigte Tickets für Angehörige der Bielefelder Hochschulen und andere junge Besucher gehören seit Beginn dazu. Das Campusradio Hertz 87.9 besitzt eine eigene Bühne, lokale Bands gelangen über Wettbewerbe ins Programm und regionale DJs stehen neben bundesweit bekannten Acts. In früheren Jahren ergänzten Poetry Slam und ein Soziales Feld die lauten Bühnen um ruhigere Bereiche. Dadurch wirkt Campus Festival nicht wie eine fremde Produktion, die einmal jährlich auf Universitätsgrund abgestellt wird. Teile der bestehenden Campuskultur werden in ein professionelles Festival integriert und bekommen für einen Tag eine ungewöhnlich große Öffentlichkeit.

2020 und 2021 unterbrach die Pandemie diese Routine. Für den 18. Juni 2020 war bereits eine sechste Ausgabe angekündigt, bevor sie abgesagt werden musste. 2021 verzichteten die Partner frühzeitig auf eine Durchführung. Als das Festival am 16. Juni 2022 zurückkehrte, kamen rund 18.000 Menschen. SDP, Querbeat, Leoniden, Schmyt und mehr als zwanzig weitere Acts machten deutlich, dass die zweijährige Pause die Bindung kaum geschwächt hatte. 2023 folgte Giant Rooks als Headliner einer siebten Ausgabe mit rund 17.000 Besuchern. Das Festival war innerhalb von zwei Sommern praktisch wieder auf seiner vorherigen Größe angekommen.

Dann veränderte sich ausgerechnet der Veranstaltungsort selbst. Bauarbeiten rund um das Universitätshauptgebäude nahmen große Teile der bisherigen Festivalflächen in Anspruch. 2024 musste das Gelände kompakter organisiert werden; Nina Chuba führte eine Ausgabe mit vier Bühnen und etwa 9.000 Gästen an. 2025 kamen ungefähr 9.500 Menschen zu Ski Aggu, Bibiza, Das Lumpenpack, Team Scheisse und weiteren Acts. Die kleineren Ausgaben bewiesen, dass Campus Festival nicht allein über Rekordkapazität funktioniert. Wenn Bühnen näher an die Gebäude rücken, wird sogar sichtbarer, wie stark die Architektur der Universität zur Atmosphäre gehört.

Am 20. Juni 2026 fand die zehnte tatsächlich veranstaltete Ausgabe statt. Erstmals wechselte das Festival vom traditionellen Donnerstag auf einen Samstag. BHZ stand an der Spitze eines Programms mit Nura, Monet192, Ivo Martin, Marlo Grosshardt, Raum27, Kafvka und Lara Hulo. Rund 12.500 Menschen verteilten sich auf drei Bühnen. Um 22 Uhr verwandelte sich ein Teil des Geländes in ein Public Viewing für das WM-Spiel Deutschland gegen die Elfenbeinküste. Danach zog die Nacht weiter in die Innenstadt: Mit dem Festivalbändchen konnten Besucher bei einer 1Live Club-Night mehrere Bielefelder Clubs nutzen. Damit wurde der Veranstaltungstag erstmals bewusst vom Campus bis in das Nachtleben der Stadt verlängert.

Für 2027 gibt es noch keinen offiziellen Termin. Zehn durchgeführte Ausgaben reichen jedoch, um die Besonderheit des Festivals zu erkennen. Campus Festival Bielefeld findet nicht zufällig an einer Hochschule statt. Seine Wirkung entsteht gerade daraus, dass ein akademischer Ort für einige Stunden eine völlig andere Funktion übernimmt. Wo normalerweise Studierende zu Vorlesungen laufen, steht plötzlich eine Mainstage; ein lokaler Newcomer kann nur wenige Meter von einem bundesweit bekannten Rapact entfernt spielen. Am nächsten Morgen verschwinden Absperrungen und Publikum wieder. Der Campus kehrt zu Seminaren, Bibliotheken und Alltag zurück, trägt aber jedes Jahr für einen Tag die Erinnerung an eine zweite, lautere Nutzung seiner Wege.

Offizielle Website · www.campusfestival-bielefeld.de

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Steckbrief

Üblicher Monat
Juni
Typische Dauer
1 Tage
Übliche Stadt
Bielefeld, Nordrhein-Westfalen
Erste Edition
2023

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