2003–2025

HIP HOP - POP - ROCK

Canadian Music Week

Ranking

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✓ 10 dokumentierte Editionen — 216 Künstler haben teilgenommen
Nächste Edition

Canadian Music Week 2019

Wann

2019

Top-Künstler

Lineup folgt — wir veröffentlichen es sobald es bestätigt ist.

Fan service

Zahlen, Heimatort und Eigenheiten

Dokumentierte Editionen102003–2025
Jahre Geschichte45 Jahreseit 1982
Übliches LandKanada

Über das Festival

Canadian Music Week verstand man am besten am Abend, wenn sich die Musikindustrie aus den Konferenzräumen über Toronto verteilte. Ein Manager, der morgens über Streaming oder Rechte diskutiert hatte, konnte wenige Stunden später in einem Club mit ein paar hundert Plätzen vor einer unbekannten Band stehen. Künstler spielten gleichzeitig für Fans, Agenten, Journalisten, Labelleute und andere Musiker, ohne genau zu wissen, wer sich im hinteren Teil des Raumes befand. Diese Mischung machte CMW grundlegend anders als ein klassisches Festival. Es gab kein Feld, das alles zusammenhielt, und keine Hauptbühne, die den Charakter allein erklären konnte. Toronto selbst war der Veranstaltungsort.

Ursprünglich war das Ganze gar kein Musikfestival. David Farrell und Patricia Dunn-Farrell veröffentlichten Anfang der 1980er Jahre The Record, eine kanadische Fachpublikation für eine Branche, in der Radio, Labels, Vertrieb und persönliche Netzwerke entscheidend waren. Daraus entwickelte sich eine professionelle Konferenz. Neill Dixon kam früh hinzu, zunächst für Speakers und Panels, später als Partner. Viele Jahre lief die Veranstaltung in enger Verbindung mit den Juno Awards und war vor allem Branchentreffpunkt. 1991 wurde schließlich ein öffentliches Showcase-Festival ergänzt. Damit entstand die Kombination, die Canadian Music Week später definieren sollte: tagsüber über neue Musik sprechen und sie nachts in kleinen Räumen unmittelbar erleben.

Der Übergang war nicht problemlos. 1991 folgte die Veranstaltung den Junos nach Vancouver und erlitt hohe Verluste. Die Erfahrung machte deutlich, dass Toronto mit seiner Brancheninfrastruktur die natürliche Basis war. Anfang der 1990er Jahre übernahm Dixon schließlich die Kontrolle, und Canadian Music Week etablierte sich als eigenständige Identität. Ohne die Junos konnte die Organisation ihre Termine unabhängig wählen und Toronto selbst zum Ziel internationaler Delegierter machen. Die Konferenz blieb wichtig, doch parallel entwickelte sich ein immer größeres Festival, das keine eigene abgeschlossene Fläche brauchte, weil die vorhandenen Clubs und Konzertsäle der Stadt seine Infrastruktur bildeten.

Wer CMW besuchte, musste deshalb seine eigene Geografie bauen. Horseshoe Tavern, Lee’s Palace, El Mocambo, Rivoli, The Opera House, Phoenix Concert Theatre und zahlreiche andere Räume tauchten im Laufe der Jahrzehnte auf. Mehrere Shows liefen gleichzeitig und vollständige Planung war praktisch unmöglich. Man verpasste zwangsläufig etwas. Gleichzeitig konnte eine Empfehlung aus einem Panel oder eine zufällige Begegnung dazu führen, den gesamten Abendplan zu ändern. Statt von Stage zu Stage über ein Festivalgelände zu laufen, bewegte man sich durch tatsächliche Stadtviertel und echte Clubs. Das machte die Entdeckung weniger kontrollierbar und oft gerade deshalb spannender.

Für neue Künstler war diese Struktur besonders relevant. In großen Jahren präsentierte CMW hunderte und teilweise fast tausend Acts. Diese Masse konnte unübersichtlich sein, doch die Konzentration professioneller Besucher gab selbst kleinen Shows einen ungewöhnlichen Kontext. A&R, Manager, Booking Agents, Promoter, Radioleute, Journalisten und Festival Buyers waren gleichzeitig in Toronto. Kein Auftritt garantierte einen Vertrag oder eine Karriere, aber ein Showcase konnte Begegnungen ermöglichen, für die sonst Monate nötig gewesen wären. Spätere internationale Stars standen damit im selben System wie unzählige Bands, die nie über kleine Clubs hinausgingen. Gerade diese Unsicherheit gehörte zum Reiz: Niemand wusste genau, welcher Raum gerade wichtig wurde.

Tagsüber wuchs Canadian Music Week gleichzeitig zu einer Institution der Branche. Touring, Publishing, Radio, Management, Sync, Technologie und Urheberrechte wurden in Panels behandelt. The Indies, Live Music Industry Awards, Canadian Sync Awards und Radiodays North America ergänzten das Programm. Ein Fan konnte CMW fast ausschließlich als Konzertwoche erleben; Musiker sahen darin eine berufliche Plattform; Executives nutzten es als Konferenz. In seiner größten Phase sprach die Organisation von über tausend Performern in mehr als sechzig Venues und mehreren tausend internationalen Delegierten. Diese Dimension entstand verteilt über Toronto und war von keinem einzelnen Club aus vollständig sichtbar.

Die letzte Ausgabe unter dem Namen Canadian Music Week fand vom 1. bis 8. Juni 2024 statt. Mehr als 250 Acts spielten in über 25 Venues. Walk Off The Earth, Charlotte Day Wilson, TESTPILOT, Jauz, Dallas Smith, KILLY, Tekno, Allie X und Christone “Kingfish” Ingram zeigten erneut, wie breit das Programm gedacht war. Die Konferenz hatte ihre Basis im Westin Harbour Castle. Die wichtigste Nachricht jener Woche kam jedoch nicht von einer Bühne: Neill Dixon kündigte nach mehr als vier Jahrzehnten seinen Rückzug an, und Loft Entertainment sowie Oak View Group übernahmen die Veranstaltung.

Im November wurde klar, dass die neuen Eigentümer nicht lediglich Details verändern wollten. Canadian Music Week verschwand als Hauptname und wurde 2025 als Departure Festival + Conference neu gestartet. Musik blieb zentral, doch Comedy, Technology, Food und weitere Kreativbereiche wurden integriert. 2026 folgte eine zweite Departure-Ausgabe, womit die neue Linie bestätigt war. Canadian Music Week ist deshalb nicht einfach als abgesagtes oder gestorbenes Festival zu verstehen. Es wurde transformiert. Über Jahrzehnte hatte CMW eine Branche daran gewöhnt, tagsüber über die Zukunft der Musik zu diskutieren und nachts durch Toronto zu laufen, um sie vielleicht schon zu hören. Seit 2025 geschieht das unter einem anderen Namen.

Offizielle Website · cmw.net

Social Media

Genres

HIP HOP

POP

ROCK

Steckbrief

Üblicher Monat
Juni
Typische Dauer
6 Tage
Übliche Stadt
Toronto
Verschiedene Städte
2
Längste Serie
4 Jahre hintereinander
Veranstalter
Neill Dixon
Erste Edition
1982

Zeitstrahl

Ein Künstler pro Jahr — bestes Ranking

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Mauve

DEUTSCHLAND

1 Editionen