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1 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit

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Zahlen, Heimatort und Eigenheiten

Dokumentierte Editionen12023–2023
Jahre Geschichte4 Jahreseit 2023
Übliches LandDeutschland

Über das Festival

Im Nürnberger Hafen musste für Container Love nie eine industrielle Kulisse gebaut werden. Sie war bereits vorhanden. Hafenkräne, Schiffscontainer, Stahlkonstruktionen, Gleise, Frachter und das Wasser des Kanals boten genau jene Umgebung, die andere elektronische Festivals künstlich erschaffen müssten. Container Love machte stattdessen den realen Hafen zum wichtigsten Teil seiner Identität. Seit 2017 entstand dort im Sommer eine temporäre elektronische Stadt, in der Bass an Metallflächen zurückgeworfen wurde, Lichtanlagen nach Sonnenuntergang die Kräne veränderten und mehrere Floors zwischen Techno, House und zunehmend härteren Spielarten wechselten. Mit durchschnittlich nur einigen Tausend Gästen blieb die Veranstaltung dabei deutlich näher und überschaubarer als viele große deutsche Electronic-Festivals.

Schon die Premiere 2017 legte die wichtigsten Strukturen fest. Felix Kröcher, dubspeeka, Hidden Empire, Marco Effe, Elmar Strathe, Lydia Eisenblätter und Milan Milano gehörten zu einem Programm auf drei Floors, während nach dem Open Air eine große Aftershow in Hirsch und Die Rakete weiterlief. Internationale Gäste wurden von Anfang an mit DJs aus Nürnberg und der Region kombiniert. 2018 stieg das musikalische Gewicht deutlich, als Chris Liebing, Alan Fitzpatrick, Coyu, AKA AKA, Mark Reeve und Reset Robot im Hafen auftraten. Damit wurde klar, dass das vergleichsweise kleine Festival etablierte europäische Techno-Namen buchen konnte, ohne seine lokale Basis aufzugeben. Gerade die Verbindung zu Hirsch und Rakete passte gut: Sobald der Hafen am späten Abend schließen musste, konnte die Veranstaltung in zwei der wichtigsten elektronischen Clubs der Stadt weiterleben.

2019 rückte Container Love näher an das große Hafenbecken und präsentierte die Ausgabe als Pier Sessions. Oliver Huntemann, Bart Skils, Gregor Tresher, Pappenheimer, Tim Engelhardt und Malandra Jr. prägten eine Phase zwischen Techno und melodischeren elektronischen Sounds, während Wasser, Kräne und Container noch stärker zum sichtbaren Teil des Festivals wurden. 2020 musste die geplante Ausgabe aufgrund der Pandemie abgesagt werden, doch 2021 kehrte Container Love zurück und war spätestens 2022 wieder vollständig etabliert. Damals tanzten mehrere Tausend Menschen ungefähr zehn Stunden lang vor drei Bühnen; Ida Engberg, Layton Giordani, Nusha, Thomas Schumacher und Lexer gehörten zum Programm. Gleichzeitig begann sich die musikalische Ausrichtung nach der Unterbrechung zunehmend in Richtung schnellerer und härterer Technoformen zu verschieben.

2023 wurde diese Entwicklung besonders deutlich. Lilly Palmer kehrte als einer der großen Namen in ihre fränkische Heimatregion zurück, begleitet von ONYVAA, T78, Pappenheimer, Lorenzo Raganzini, DIØN, Cassie Raptor, Caravel, Klangphonics, Kaufmann und einer breiten lokalen Auswahl. Schiffe, Waggons, Hafenkräne und Lichtinstallationen bildeten gemeinsam eine Umgebung, in der reale Industrie und elektronische Bühnenproduktion fast untrennbar wirkten. 2024 verstärkte das Motto Anchored In Bass die härtere Richtung noch einmal. Holy Priest, Nicolas Julian, A.D.H.S., Anxhela, Restricted, Marhu, Thomas Schumacher und Ephy Pinkman verbanden Hard Techno, Hard Groove, Acid und Trance-Einflüsse. Rund 3.000 Menschen verteilten sich auf drei Floors, bevor die Nacht mit den offiziellen Aftershows in den Clubs weiterging.

Am 16. August 2025 erreichte die klassische Form des Festivals einen sehr ausgereiften Zustand. Stella Bossi, Nusha, Future.666, Hades, Isabelle Beaucamp, Ephy Pinkman, Paula Hilton, Kacy und mehr als dreißig Acts spielten im Hafen. Das Open Air lief vom Mittag bis ungefähr 23 Uhr, anschließend brachten Shuttlebusse das Publikum weiter zu Hirsch und Die Rakete, wo vier Floors bis in den Morgen geöffnet blieben. Inzwischen bestand Container Love nicht mehr nur aus Musik. Kunstinstallationen, Lichtdesign, Essen und die tatsächliche Architektur des Hafens wurden gemeinsam als Erlebnis inszeniert. Aus einem normalen Industriegelände entstand für einen Tag eine Stadt aus Stahl, Wasser und elektronischem Sound.

2026 begann dann die bisher größte Veränderung. Container Love wurde nicht mehr ausschließlich als einzelnes jährliches Festival gedacht, sondern entwickelte sich zum Container Love Hub, einem dauerhafteren Ort für elektronische Kultur. Die offizielle Vision beschreibt ausdrücklich den Weg „vom Event zum Hub“: Nicht nur eine Veranstaltung, sondern die Location selbst und die Menschen, die sie nutzen, sollen künftig das Projekt bestimmen. Im August fanden dort unter anderem Polyamor und der Container Sun Day Rave statt. Letzterer brachte lokale Kollektive mit House, Trance und Techno zusammen. Damit blieb der musikalische Kern erhalten, wurde aber auf mehrere eigenständige Konzepte verteilt, die den Hafen häufiger und flexibler nutzen können.

Container Love ist deshalb heute weniger beendet als transformiert. Die klassische Festivalphase hinterließ ein sehr klares Bild in Nürnberg: einige Tausend Menschen unter riesigen Kränen, drei Floors zwischen Containern und der Sonnenuntergang über dem Hafenbecken, während der Techno Stunde für Stunde härter wurde. Das neue Modell versucht genau diese Verbindung von Ort und Community zu erhalten, aber nicht mehr von einem einzigen Samstag im August abhängig zu machen. Container Love bleibt am Hafen. Was sich verändert hat, ist die Vorstellung davon, wie oft und auf wie viele verschiedene Arten dieser Hafen zur Tanzfläche werden kann.

Offizielle Website · container-love.de

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Steckbrief

Üblicher Monat
August
Typische Dauer
1 Tage
Übliche Stadt
Nürnberg, Bayern
Erste Edition
2023

Zeitstrahl

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