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HOUSE - TECHNO - TRANCE
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Wann
05 SEPT 2026
Top-Künstler
Lineup folgt — wir veröffentlichen es sobald es bestätigt ist.
Noch
10 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit
Zahlen, Heimatort und Eigenheiten
CORE Festival kam mit einem ungewöhnlichen Konzept nach Brüssel, selbst für eine Stadt, die an sehr unterschiedliche Musikveranstaltungen gewöhnt ist. Statt eine riesige Produktion auf einer offenen Fläche aufzubauen, entschieden sich Tomorrowland und Rock Werchter für den Ossegempark, eine grüne, leicht hügelige Anlage praktisch am Fuß des Atomiums. Das Festival wurde als Weg durch Bäume, teilweise versteckte Bühnen, Lichtinstallationen und Bereiche gedacht, deren Charakter sich im Laufe des Tages veränderte. Es sollte weder den maximalistischen Stil von Tomorrowland kopieren noch Rock Werchter einfach in die Hauptstadt verlegen. Stattdessen nutzten beide Organisationen ihre Erfahrung für ein kleineres, bewusst genreübergreifendes Format, in dem elektronische Musik, Hip-Hop, R&B, Soul, Indie und alternativer Pop selbstverständlich nebeneinanderstehen konnten.
Die Premiere am 27. und 28. Mai 2022 machte diese Haltung sofort deutlich. Paul Kalkbrenner und Jamie xx beendeten die beiden Tage auf der Ardo Stage, doch zuvor spielten dort unter anderem Nas, Action Bronson, Lous and the Yakuza, Jungle, Denzel Curry, Ezra Collective und Sylvie Kreusch. In Endoma traten The Blaze, Caribou, Mura Masa, Fatima Yamaha, MEUTE und SOHN auf; Altverda konzentrierte sich stärker auf Clubkultur mit Peggy Gou, Nina Kraviz, Daniel Avery, DJ Harvey und Ross From Friends; Orlo bot eine intimere House-Atmosphäre mit Agoria, CC:DISCO!, Horse Meat Disco, Sofia Kourtesis und weiteren DJs. Rund 40.000 Menschen besuchten die erste Ausgabe über zwei Tage, eine beträchtliche Zahl für ein Festival, das seine Boutique-Größe und Beweglichkeit ausdrücklich als Teil des Konzepts verstand.
Kunst und Natur wurden fast genauso wichtig behandelt wie das Musikprogramm. Die vorhandenen Bäume, Höhenunterschiede und Lichtungen wurden in die Gestaltung einbezogen, während Projektionen, Multimedia-Arbeiten und digitale Kunst die Wege zwischen den Bühnen veränderten. 2022 wurden beispielsweise Bilder aus Louie Schwartzbergs Fantastic Fungi auf einer erhöhten Plattform mit einem 360-Grad-LED-System gezeigt. CORE beschrieb sich immer wieder über die Verbindung von Musik, Natur und Kunst, und nach Sonnenuntergang wurde diese Idee besonders nachvollziehbar. Bereiche, die am Nachmittag wie gewöhnliche Parklandschaft wirkten, konnten sich durch Licht und Sound in kleine Open-Air-Clubs verwandeln. Der Weg von einer Bühne zur nächsten war deshalb selbst Teil der Festivaldramaturgie.
Die zweite Ausgabe am 27. und 28. Mai 2023 erweiterte das musikalische Spektrum noch einmal. Angèle und Moderat schlossen die beiden Ardo-Tage ab, während alt-J, Little Simz, Pusha T, NxWorries, Masego, Goldband, KOKOROKO und Nu Genea Live Band Pop, Indie, Rap, Jazz und Soul miteinander verbanden. Endoma brachte Charlotte Adigéry & Bolis Pupul, PinkPantheress, Yussef Dayes, DOMi & JD Beck, Channel Tres, Unknown Mortal Orchestra, JPEGMAFIA und Olivia Dean zusammen. Gleichzeitig hielten Honey Dijon, The Blessed Madonna, Jayda G, HAAi, Denis Sulta und Joy Orbison die Clubseite stark. CORE konnte innerhalb weniger Stunden von Gitarren über Rap zu House wechseln, ohne dass sich diese Übergänge wie ein Bruch anfühlten. Gerade diese Offenheit war das eigentliche Profil.
Auch das visuelle Programm wurde 2023 weiterentwickelt. Installationen von Joanie Lemercier, Reality is__ und Fleur Roggeman sowie digitale Kunst, kuratiert von PLUS-ONE Gallery, verteilten sich über den Park. Einige Arbeiten waren bewusst spektakulär, andere integrierten sich zurückhaltender in die Landschaft. Gleichzeitig entstanden nach der zweiten Ausgabe Fragen dazu, wie stark das Festival tatsächlich in der Brüsseler Musikszene verankert war und ob eine ausreichend stabile lokale Publikumsbasis entstanden war. Im September 2023 kündigte die Organisation schließlich an, dass 2024 keine Ausgabe im Ossegempark stattfinden würde. Sie sprach ausdrücklich von einer Pause und erklärte, dass internationale Möglichkeiten für CORE nun Priorität erhielten.
Die Marke verlagerte einen Teil ihrer Energie anschließend nach Tulum und Medellín, während das ursprüngliche Festival in Brüssel nach zwei Editionen eingefroren blieb. Bis August 2026 ist keine dritte Brüsseler Ausgabe bestätigt, obwohl die Veranstalter die Tür für eine Rückkehr bewusst offen gelassen haben. CORE Festival ist deshalb besser als pausiert denn als beendet zu verstehen. Die belgische Geschichte ist kurz, aber sehr klar: zwei Frühlingswochenenden, an denen sich der Park unter dem Atomium in einen Treffpunkt für Clubkultur, Hip-Hop, Indie, digitale Kunst und Natur verwandelte. Sollte CORE zurückkehren, muss es keine neue Identität erfinden. Sie existiert bereits in dem Bild von Menschen, die unter Bäumen von einem Rapkonzert zu einem House-DJ laufen, unterwegs an einer Lichtinstallation stehen bleiben und trotzdem das Gefühl haben, immer noch im selben Festival zu sein.
Genres
HOUSE
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