2018–2026

INDIE - LATIN - ROCK

Cosquín Rock Paraguay

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✓ 4 dokumentierte Editionen — 22 Künstler haben teilgenommen

Fan service

Zahlen, Heimatort und Eigenheiten

Dokumentierte Editionen42018–2026
Jahre Geschichte9 Jahreseit 2018
Übliches LandParaguay

Über das Festival

Cosquín Rock fand in Paraguay sein eigenes Bild nicht in einer künstlichen Nachbildung der Hügel von Córdoba, sondern in einem langen Tag aus Hitze, Gitarren und Bewegung zwischen mehreren Bühnen in Asunción. Die erste Ausgabe am 24. November 2018 im Espacio Idesa verband argentinische und uruguayische Namen mit einer ungewöhnlich starken paraguayischen Beteiligung. Das Festival kam zwar als bekannte internationale Marke ins Land, behandelte die lokale Szene jedoch nicht als Rahmenprogramm für importierte Stars. Von Anfang an war der Austausch in beide Richtungen angelegt: Ein kontinentales Forum erreichte Paraguay, und Paraguay erhielt darin eine hörbare eigene Stimme.

Ciro y Los Persas, Las Pelotas, Skay y Los Fakires sowie La Vela Puerca standen für jene Rocktradition des Río de la Plata, die eng mit Cosquín Rock verbunden ist. Revolber, Kchiporros, Villagrán Bolaños, Salamandra, LaNuestra und EEEKS zeigten zugleich die Vielfalt der heimischen Szene. Manu Chao verschob den Schwerpunkt des Debüts noch einmal. Bei seinem ersten Besuch in Paraguay trat er mit dem reduzierten Programm El Chapulín Solo auf und verband Mestizo-Rock, politische Liedkultur und direkte Nähe ohne die Lautstärke einer vollständigen Band. Dadurch wurde die Premiere mehr als eine Zusammenstellung bekannter Namen aus dem argentinischen Festivalkreislauf.

Im Espacio Idesa verteilte sich das Geschehen auf drei Bühnen, darunter ein kleinerer Bereich mit kulturellen und touristischen Bezügen zu Argentinien. Das Publikum konnte zwischen etablierten Künstlern und lokalen Entdeckungen wechseln, musste dabei aber zwangsläufig Überschneidungen akzeptieren. Der Tag begann am Nachmittag und reichte bis in die Nacht, sodass die Novemberhitze, Pausen und Wege über das Gelände den persönlichen Ablauf mitbestimmten. Camping oder eine mehrtägige Auszeit gab es nicht. Die Intensität entstand dadurch, dass ein grenzüberschreitendes Musiknetzwerk für wenige Stunden an einem Ort verdichtet wurde.

Die zweite Ausgabe im September 2019 bewies, dass das Konzept wiederkehren konnte, ohne sein erstes Programm zu kopieren. Molotov brachte die körperliche Direktheit des mexikanischen Rock, Babasónicos eine elegantere argentinische Alternative-Tradition und No Te Va Gustar die beständige Verbindung nach Uruguay. Guasones, Carajo, El Kuelgue, Miss Bolivia und Usted Señálemelo erweiterten die musikalische Spannweite. Paraguay war unter anderem durch Flou und Paiko vertreten; besonders bedeutsam war jedoch die Wiedervereinigung von La Secreta für das Festival. Dieser Moment besaß eine lokale emotionale Bedeutung, die kein internationaler Headliner hätte erzeugen können.

Nach der pandemiebedingten Unterbrechung kehrte Cosquín Rock Paraguay im Februar 2023 in den Jockey Club Paraguayo zurück und öffnete seine Stilgrenzen deutlich. Drei Bühnen wurden von einem heißen Nachmittag bis ungefähr zwei Uhr morgens bespielt. Ciro y Los Persas und Guasones hielten das Rockfundament aufrecht, doch Airbag, Conociendo Rusia, Zoe Gotusso und Los Auténticos Decadentes trafen auch auf Trueno, der Rap und ein jüngeres urbanes Publikum einbrachte. Selbst Cumbia gehörte nun zum Gesamtbild. Das war keine Abkehr von der Geschichte, sondern eine Reaktion auf lateinamerikanische Hörgewohnheiten, die längst nicht mehr ausschließlich von Gitarren bestimmt wurden.

Der Jockey Club bot die räumliche Größe für dieses breitere Programm, verlangte den Besuchern aber auch Ausdauer ab. Rund zwölf Stunden Musik bedeuteten Wege, Prioritäten und unvermeidbare Entscheidungen. Der Tag konnte bei Schülern der School of Rock beginnen, über junge paraguayische Projekte führen und vor großen argentinischen Bands enden. Gerade diese Abfolge gab der lokalen Szene mehr Gewicht als ein bloßer früher Eröffnungsslot. Neue Entdeckungen und seit Jahren gemeinsam gesungene Refrains gehörten zum selben Bühnengefüge und machten das Festival zu einer Bestandsaufnahme regionaler Musikkultur.

Als die für Mai 2024 angekündigte Ausgabe wegen höherer Gewalt verschoben wurde, geriet die Kontinuität erneut ins Stocken. Die tatsächliche Rückkehr erfolgte am 7. Februar 2026 und brachte den wichtigsten Ortswechsel der Geschichte: Erstmals verließ das Festival Asunción und zog in das Anfiteatro José Asunción Flores in San Bernardino. Ciro y Los Persas, Catupecu Machu, Conociendo Rusia, Nonpalidece und La Mancha de Rolando trafen dort auf Altamirano, El Culto Casero, Funk’Chula, Bastianes, Mi Sueño Póstumo und Nachwuchsmusiker der School of Rock. Musikalisch rückte Rock wieder deutlich ins Zentrum, flankiert von Reggae und neuerem Alternative-Songwriting.

Das Amphitheater veränderte das Erlebnis grundlegend. Statt auf einem temporären Gelände zwischen mehreren Bühnen zu navigieren, blickte das Publikum auf einen architektonisch klar gefassten Mittelpunkt; die Konzerte wirkten dadurch wie Kapitel eines durchgehenden Abends. San Bernardino machte zudem die Anreise zu einem Teil des Rituals, denn der Weg aus Asunción in Paraguays bekannteste Sommerstadt war mehr als eine nebensächliche Logistikfrage. Eine nächste Ausgabe ist noch nicht bestätigt. Dennoch zeigt die Durchführung von 2026, dass Unterbrechungen hier nicht automatisch das Ende bedeuten. Cosquín Rock Paraguay lebt nicht von jährlicher Routine, sondern von unregelmäßigen Rückkehrmomenten, bei denen die paraguayische Szene stets mehr bleibt als nur Gastgeberin.

Offizielle Website · cosquinrock.net

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Genres

INDIE

LATIN

ROCK

Steckbrief

Üblicher Monat
Februar
Typische Dauer
1 Tage
Übliche Stadt
Asunción, Distrito Capital
Verschiedene Städte
2
Längste Serie
2 Jahre hintereinander
Veranstalter
En Vivo Producciones S.A.
Erste Edition
2018

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