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✓ 13 dokumentierte Editionen — 61 Künstler haben teilgenommen
Nächste Edition

Dance Valley 2027

Wann

14 AUG 2027

Top-Künstler

Lineup folgt — wir veröffentlichen es sobald es bestätigt ist.

Noch

318
Tage
05
Std
21
Min
06
Sek

Fan service

Zahlen, Heimatort und Eigenheiten

Dokumentierte Editionen132012–2027
Jahre Geschichte32 Jahreseit 1995
Übliches LandNiederlande

Über das Festival

Man muss eine Weile durch Dance Valley laufen, bevor der Name wirklich verständlich wird. Spaarnwoude ist keine vollkommen flache Festivalwiese, auf der sich Bühnen beliebig verschieben ließen. Das Gelände steigt an, fällt ab und bildet natürliche Senken. Manche Areas hört man lange, bevor man sie sehen kann. Vor der Main Stage wird ein begrünter Hang zu einer riesigen natürlichen Tribüne. Hinter der nächsten Erhebung können Trance, House, Techno oder Hard Dance in einem fast eigenständigen Raum liegen. Mit den Jahren wurde diese Landschaft zu einem Gestaltungselement, das sich nicht künstlich reproduzieren lässt. Bühnen ändern sich, Musik verändert sich, aber die Hügel bleiben.

1995 war die Idee, Tausende Menschen am helllichten Tag für elektronische Musik hierherzubringen, wesentlich ungewöhnlicher als heute. Die niederländische Dance-Kultur lebte vor allem in Clubs, Warehouses, Raves und langen Nächten. Das Umfeld, aus dem Dance Valley entstand, kannte genau diese Underground-Strukturen. Der entscheidende Schritt war, sie nach draußen zu tragen. Am 23. Juli kamen ungefähr achttausend Besucher nach Spaarnwoude. Schon bald entstand der Beiname „Woodstock of Dance“. Nicht weil die Musik etwas mit Woodstock zu tun hatte, sondern weil plötzlich eine bis dahin stark nächtliche Subkultur zeigte, dass sie eine riesige Landschaft für sich beanspruchen konnte.

Danach explodierten die Zahlen. Rund 23.000 Besucher 1997, 32.000 im folgenden Jahr, 43.000 1999, 55.000 im Jahr 2000 und mehr als 90.000 im Jahr 2001. Innerhalb weniger Jahre wurde aus einem Underground-Projekt ein Megaevent. Ausgerechnet 2001 zeigte jedoch auch die Grenzen dieses Wachstums. Das Festivalprogramm selbst funktionierte, doch beim Verlassen des Geländes brach das Transportsystem zusammen. Starker Regen setzte ein, Tausende versuchten zu Fuß aus Spaarnwoude herauszukommen, und Hunderte litten unter Kälte oder Unterkühlung. Die Branche lernte an diesem Abend eine fundamentale Lektion: Ein Festival endet nicht mit dem letzten DJ-Set.

Dance Valley überstand die Krise und experimentierte weiter. 2005 wurde daraus einmalig ein dreitägiges Festival mit Camping. Starker Regen verwandelte Teile des Geländes in Schlamm und störte Teile des Programms. Langfristig setzte sich diese Form nicht durch. Das Festival kehrte zum eintägigen Modell zurück, das heute wieder sein charakteristisches Format bildet: von Mittag bis spät am Abend, ohne Camping, mit Dutzenden Acts und zahlreichen Areas. Statt eine temporäre Stadt aufzubauen, konzentriert Dance Valley seinen gesamten Rhythmus auf einen einzigen langen Tag.

Musikalisch blieb diese Konzentration erstaunlich offen. Dance Valley war nie ausschließlich Trance, obwohl Armin van Buuren, Ferry Corsten, Tiësto, Paul van Dyk, Marco V und Paul Oakenfold wichtige Kapitel prägten. Ebenso wenig war es nur House, trotz Carl Cox, Roger Sanchez, Eric Prydz und Deep Dish. Hard Dance entwickelte früh eine eigene Tradition mit Tom Harding, JP oder Yoji Biomehanika, später kamen Hardstyle, Raw und Hardcore mit enormer Kraft hinzu. Techno besetzte andere Bereiche. Heute können Pan-Pot oder Innellea wenige Minuten entfernt von Outsiders, Radical Redemption oder Charly Lownoise & Mental Theo spielen. Die Gemeinsamkeit besteht nicht darin, gleich zu klingen, sondern gleichzeitig denselben Ort zu nutzen.

Dadurch entstand auch ein ungewöhnlich generationenübergreifendes Publikum. Einige Besucher kamen bereits, als der Begriff EDM noch keine globale Sammelbezeichnung war. Neben ihnen stehen heute Menschen, deren Einstieg über Martin Garrix, Hardwell oder Calvin Harris erfolgte. Das 30-jährige Jubiläum 2025 machte diese Überschneidung bewusst zum Konzept. Tiësto und Martin Garrix spielten am gleichen Tag wie Dimitri, The Advent, Tom Harding, Ferry Corsten und Charly Lownoise & Mental Theo. Eine eigene Stage blickte auf drei Jahrzehnte Festivalgeschichte zurück. Trotzdem wirkte die Veranstaltung nicht wie eine nostalgische Ausstellung. Die Vergangenheit sollte weiterhin tanzen.

Die Pandemie brachte die längste Unterbrechung. Die geplanten Ausgaben 2020 und 2021 wurden verschoben, bis Dance Valley im August 2022 endlich nach Spaarnwoude zurückkehrte. Danach folgten weitere Jahre, das große Jubiläum und schließlich der 8. August 2026. Rund dreißigtausend Menschen sahen mehr als siebzig Künstler auf sieben Bühnen. Calvin Harris, Fisher und Hardwell standen auf der Main Stage; Ferry Corsten, Aly & Fila und Markus Schulz hielten die Trance-Tradition lebendig; Pan-Pot, Innellea und Konstantin Sibold repräsentierten Techno; Outsiders, Ran-D und Radical Redemption die härteren Richtungen.

Dreißigtausend Besucher sind eine gewaltige Zahl und gleichzeitig nur ein Drittel der historischen Spitze von 2001. Genau das macht die heutige Bedeutung interessant. Dance Valley muss nicht mehr das größte Festival der Welt sein, um relevant zu bleiben. Spätere Events wurden größer, globaler und technisch spektakulärer. Sein Einfluss liegt vielmehr darin, dass es zu den Orten gehörte, an denen die niederländische Dance-Kultur lernte, aus der Nacht herauszutreten und sich als eigenständige Outdoor-Festivalkultur zu verstehen.

2027 wird Dance Valley erneut zurückkehren. Niemand muss so tun, als sei die Szene noch dieselbe wie 1995. Flyer wurden durch Smartphones ersetzt, DJs wurden globale Marken und viele Besucher der frühen Jahre sind inzwischen drei Jahrzehnte älter. Spaarnwoude besitzt jedoch weiterhin denselben einfachen Zauber. Man steigt einen Hang hinauf, die Musik hinter einem wird leiser, aus der nächsten Senke kommt ein völlig anderer Rhythmus und für einige Schritte weiß man noch nicht, welche Szene dort wartet. Nach mehr als dreißig Jahren lebt Dance Valley immer noch genau in diesem Übergang.

Offizielle Website · dancevalley.com

Social Media

Genres

HOUSE

TECHNO

Steckbrief

Üblicher Monat
August
Typische Dauer
1 Tage
Übliche Stadt
Velsen
Verschiedene Städte
2
Längste Serie
6 Jahre hintereinander
Veranstalter
United Dance Company (Brian Bout; desde 2024 Free Your Mind)
Erste Edition
1995

Zeitstrahl

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