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COUNTRY - FOLK - ROCK
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1 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit
2026Dauphin's CountryFest Dauphin 2026
Zahlen, Heimatort und Eigenheiten
Auf der Fahrt zum Dauphin’s Countryfest gibt es einen Punkt, an dem deutlich wird, dass Camping hier nicht nur eine Zusatzleistung ist. Rund zehn Kilometer südlich von Dauphin füllen sich die Straßen Manitobas mit Pickups, Wohnwagen und RVs auf dem Weg nach Selo Ukraina. Aus einer ländlichen Landschaft entsteht für einige Tage eine kleine Stadt aus Zelten, Markisen, Fahnen und Grillplätzen. Dahinter liegt das Amphitheater, Teil eines Geländes, das über Jahrzehnte für immer größere Besucherzahlen ausgebaut wurde. Für viele Stammgäste beginnt Countryfest deshalb nicht mit dem ersten Song. Es beginnt beim Aufbau des Camps.
Die Entstehungsgeschichte ist ungewöhnlich praktisch. Ende der 1980er Jahre benötigte Selo Ukraina zusätzliche Einnahmen, um einen wichtigen ukrainisch-kanadischen Kulturstandort der Region zu erhalten. Lokale Geschäftsleute entwickelten die Idee eines großen Country-Festivals, dessen Einnahmen dem Gelände helfen sollten. 1990 fand die erste Ausgabe mit Ricky Skaggs, Nitty Gritty Dirt Band, George Fox, Prairie Oyster, The Good Brothers und weiteren Acts statt. Finanzielle Stabilität kam jedoch nicht sofort. Die ersten Veranstaltungen verloren Geld, die Community stellte Kredite bereit und erst einige Jahre später konnte das Festival seine Schulden zurückzahlen und neue Infrastruktur finanzieren.
Diese Herkunft erklärt, warum Dauphin’s Countryfest nie vollständig wie eine externe Festivalfranchise funktionierte. Die Organisation wurde gemeinnützig und blieb eng an Dauphin gebunden. Im Laufe der Jahre flossen Mittel in Freizeit- und Gemeinschaftseinrichtungen, Wege, lokale Projekte und Stipendien. Das Festival bringt zehntausende Besuche und erhebliche wirtschaftliche Aktivität in die Region, doch ein Teil dieses Erfolgs wird bewusst wieder in die Gemeinschaft investiert. Für eine relativ kleine Stadt ist diese Verbindung ein zentraler Bestandteil der Identität.
Das heutige Gelände ist mit dem Jahr 1990 kaum noch vergleichbar. Mehrere Campgrounds, Servicebereiche, VIP-Zonen, Händler, Nebenbühnen und das große Amphitheater bilden inzwischen eine beinahe permanente Festivalinfrastruktur. In starken Jahren wurden ungefähr 14.000 Besucher pro Tag und mehr als 4.000 Campingplätze genannt. Duschen, Trinkwasser, Müllabholung, Shuttles und Dienstleistungen für Wohnmobile sorgen dafür, dass Selo Ukraina während des Wochenendes wie ein eigenes Dorf funktioniert. Das Camping ist damit kein leerer Raum zwischen den Konzerten, sondern ein wesentlicher Teil des Ereignisses.
Im Amphitheater selbst ist über Jahrzehnte fast die gesamte Geschichte des modernen Country vorbeigezogen. Waylon Jennings, Vince Gill, Toby Keith, Tim McGraw, Faith Hill, Kenny Rogers, Clint Black, Reba McEntire, Alan Jackson, Keith Urban, Carrie Underwood, Miranda Lambert, Eric Church, Luke Bryan und Jason Aldean gehören zur langen Liste. Gleichzeitig hatten kanadische Künstler wie Terri Clark, Paul Brandt, Michelle Wright, Prairie Oyster und Charlie Major immer einen besonderen Stellenwert. Das Festival blieb dadurch ein kanadisches Country-Ereignis und nicht nur ein weiterer Tourstopp amerikanischer Stars.
Auch musikalisch war die Definition nie vollkommen eng. Modern Country, Honky-Tonk, Americana und Country Rock bilden das Zentrum, doch Folk, Roots, Blues und klassischer Rock tauchen regelmäßig auf. Nebenbühnen geben lokalen und regionalen Musikern Raum, während Tribute Acts oder kanadische Rockbands das Abendprogramm erweitern können. Für ein Publikum, das inzwischen aus mehreren Generationen besteht, ist diese Offenheit ein Vorteil. Eltern können einen Künstler wiedersehen, den sie vor zwanzig Jahren schon in Dauphin erlebt haben, während jüngere Besucher wegen eines aktuellen Radio-Headliners kommen.
Mindestens ebenso wichtig ist das Leben im Campground. Dekorierte Camps, Line-Dance-Angebote, Spiele, gemeinsame Mahlzeiten und wiederkehrende Traditionen bilden einen Teil der Geschichten, die auf keinem Line-up-Poster auftauchen. Gleichzeitig bleibt die lokale Geschichte sichtbar. Ukrainisches Essen, Perogies, indigene Künstler und Musiker aus Manitoba stehen neben amerikanischer Country-Kultur. Genau diese Kombination verhindert, dass Selo Ukraina einfach wie irgendein Festivalfeld mit Cowboyhüten wirkt.
COVID verursachte die erste längere Unterbrechung seit dem Start. 2020 und 2021 fand kein reguläres Dauphin’s Countryfest statt. 2022 kehrte das Festival mit einem vollständig kanadischen Line-up zurück, bewusst zu einer Zeit, in der die heimische Live-Musikbranche gerade zwei extrem schwierige Jahre hinter sich hatte. Danach etablierte sich wieder der jährliche Rhythmus und die internationale Mischung wurde vollständig hergestellt.
Vom 25. bis 28. Juni 2026 standen Tyler Hubbard am Freitag, Jelly Roll am Samstag und Nate Smith am Sonntag an der Spitze. Cameron Whitcomb, Brett Kissel, BlackHawk, Hunter Brothers, Charlie Major, Owen Riegling, Noeline Hofmann, Aaron Pritchett, Hailey Benedict, Alli Walker, JJ Wilde und Indian City ergänzten das Programm. Moderne Mainstream-Country-Musik, kanadische Künstler, 1990er-Referenzen, Rock und Roots standen damit selbstverständlich nebeneinander.
Für 2027 sind Anfang September 2026 noch keine offiziellen Festivaldaten veröffentlicht, auch wenn die Organisation bereits Countryfest-2027-Pässe als Preise vergibt. Die Fortsetzung ist damit offensichtlich geplant, der genaue Kalender bleibt jedoch offen. Bemerkenswerter als das nächste Datum ist ohnehin die Entwicklung des gesamten Projekts. Eine Veranstaltung, die ursprünglich helfen sollte, Selo Ukraina zu retten, machte denselben Ort schließlich zu einem der bekanntesten Country-Festivalplätze Kanadas. Jeden Sommer kehren Wohnwagen, Camps und Musik zurück und aus einer ländlichen Fläche südlich von Dauphin wird erneut für einige Tage eine eigene kleine Country-Stadt.
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