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2027
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Lineup folgt — wir veröffentlichen es sobald es bestätigt ist.
14 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit
2027Envision Festival 2027
Zahlen, Heimatort und Eigenheiten
Bei Envision Festival lässt sich die Umgebung nicht aus dem Festival herausfiltern. Rancho La Merced bei Uvita liegt in einer heißen, feuchten tropischen Landschaft, in der Regen, Insekten, Vegetation und der nahe Pazifik den Tagesablauf genauso beeinflussen wie jeder Bühnenplan. Die Veranstalter weisen inzwischen sehr offen darauf hin, dass dies kein kontrolliertes Festivalgelände mit dekorativem Dschungel ist. Wege können schlammig werden, Strom oder Internet können ausfallen, und eine Woche Camping verlangt realistische Erwartungen. Genau diese Nähe zur Natur war schon Teil der ersten Idee. Envision begann 2011 nahe Dominical mit nur etwa vier- bis fünfhundert Menschen. Josh Wendel, Stephen Brooks, Matt Siegel, Justin Brothers, Sarah Wu und weitere frühe Beteiligte kamen aus Eventproduktion, Permakultur, Yoga, nachhaltiger Entwicklung und alternativen Gemeinschaftsprojekten. Aus dieser Mischung entstand ein Festival, bei dem Lernen und Feiern von Anfang an gleichberechtigt gedacht wurden.
2014 fand Envision mit Rancho La Merced seinen langfristigen Standort. Das Gelände war früher weitgehend für Viehzucht gerodet worden und wurde im Laufe der folgenden Jahre durch Pflanzungen und ökologische Projekte zunehmend wieder begrünt. Obstbäume, Beach Almonds und biologische Korridore sollen Tiere zwischen Bergwald und Küste unterstützen. Der Ort ist damit nicht nur eine gemietete Fläche, die einmal jährlich dekoriert wird. Envision hat seine ökologische Erzählung direkt mit Veränderungen auf dem Grundstück verbunden. Gleichzeitig erkennt die heutige Organisation deutlicher als früher an, dass Tausende zusätzliche Menschen ebenfalls Belastungen verursachen: Verkehr, Lärm, Licht, Wasserverbrauch und Abfall bleiben reale Probleme. Diese Spannung zwischen Regeneration und Festivalbetrieb ist inzwischen selbst Teil der öffentlichen Identität.
Musikalisch besteht Envision aus mehreren stark unterschiedlichen Räumen. Luna konzentriert sich auf World Bass, Downtempo und immersive elektronische Musik und wurde mit Künstlern wie CloZee, Tipper, The Polish Ambassador, Of The Trees und Daily Bread verbunden. Lapa ist die House- und Techno-Area, eher tropischer Club als klassische Mainstage. Sol bietet Bands, Reggae und globale Fusion mit Groundation, Rising Appalachia, Queen Omega, Xavier Rudd oder Dirtwire. El Circo verbindet Sound mit Akrobatik, Feuer und Performance. Dadurch konnten im Laufe der Jahre RÜFÜS DU SOL, Shpongle, Beats Antique, Emancipator, Dubfire, Bob Moses und Polo & Pan auftreten, ohne dass Envision wie ein beliebiges Multi-Genre-Festival wirkt. Elektronische Musik bleibt das Fundament, aber die eigentliche Klammer ist eine Mischung aus Bewegung, organischen Klängen, Basskultur und globalen Einflüssen.
2020 änderte sich die zeitliche Struktur grundlegend. Zuvor war Envision hauptsächlich ein viertägiges Festival gewesen. Zum zehnten Jubiläum kamen drei zusätzliche Tage hinzu, sodass daraus erstmals eine volle Sieben-Tage-Erfahrung wurde. Die Begründung war interessant: Viele Gäste ließen Workshops, Yoga oder Bildung aus, weil gleichzeitig Musik lief. Mehr Zeit sollte nicht einfach mehr Party bedeuten, sondern weniger Entscheidungsdruck. Die frühen Tage der Woche konnten stärker für Bewegung, Vorträge, Ausflüge, Surfen oder Wasserfälle genutzt werden, bevor sich das Musikprogramm Richtung Wochenende intensivierte. Direkt danach stoppte die Pandemie das jährliche Muster. 2021 und 2022 gab es keine Ausgabe. Als Envision 2023 zurückkehrte, behielt es jedoch die volle Woche bei und machte damit deutlich, dass die Verlängerung dauerhaft gemeint war.
Der nächste Einschnitt entstand durch Wachstum statt Stillstand. Die zwölfte Ausgabe 2024 brachte so viele Menschen auf das Gelände, dass nach eigener Aussage der Veranstalter die Qualität der gemeinsamen Erfahrung litt. Wasser, Sanitäranlagen, Hospitality und Kommunikation mussten verbessert werden. Gleichzeitig stiegen Kosten, während Envision seit Jahren keine stabile Rentabilität mehr erreicht hatte. Deshalb wurde 2025 bewusst ausgelassen. Die Pause diente einer grundlegenden Überarbeitung. Bei der Rückkehr vom 23. Februar bis 2. März 2026 reduzierte Envision die Besucherzahl auf 5.500, rund zweitausend weniger als 2024. Unter dem Motto „Back to Our Roots“ wurden Wasseraufbereitung, Sanitärsysteme, Gesundheitsschutz, Geländeplanung und Beziehungen zu lokalen Produzenten verstärkt. Ungewöhnlich offen erklärte die Organisation, dass frühere Ambitionen teilweise schneller gewachsen waren als die Fähigkeit, sie qualitativ umzusetzen.
Trotz dieser Verkleinerung blieb das musikalische Programm 2026 umfangreich: CloZee, Daily Bread, Bob Moses, Polo & Pan, Ivy Lab, MEMBA, Christian Löffler, Emancipator, Damian Lazarus, Chancha Vía Circuito, Mike Love und Dezarie gehörten zu einer sehr breiten Auswahl. Für 2027 gibt es im September 2026 noch keinen bestätigten Termin, doch Envision sammelt bereits Interessenten über eine Warteliste und spricht ausdrücklich über die nächste Entwicklungsphase. Nach dreizehn tatsächlich veranstalteten Ausgaben liegt die Herausforderung deshalb nicht mehr darin, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Sie besteht darin, die richtige Größe zu finden. Rancho La Merced ist dafür ein ungewöhnlich sichtbarer Maßstab: Während ein ehemaliges Weideland langsam wieder Wald wird, muss das Festival lernen, dass auch eine erfolgreiche Veranstaltung nicht jedes Jahr mehr Menschen braucht, um sich weiterzuentwickeln.
Genres
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