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2 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit
2026Beauregard 2026
Zahlen, Heimatort und Eigenheiten
Das Festival Beauregard verwandelt den Park eines normannischen Schlosses jeden Sommer in einen der großen Treffpunkte der französischen Musikszene. Es findet in Hérouville-Saint-Clair am Rand von Caen statt, auf einem bewaldeten Anwesen mit weiten Rasenflächen, Gärten, alten Bäumen und der Fassade des Château de Beauregard. Das Gelände ist keine austauschbare Festivalfläche. Es umrahmt die Bühnen, bestimmt die Wege und verleiht der Veranstaltung bereits vor dem ersten Konzert eine eigene Atmosphäre.
Die Geschichte begann 2009, nachdem die Initiatoren das Potenzial des Ortes bei einer städtischen Feier erkannt hatten. Die erste Ausgabe dauerte zwei Tage und präsentierte The Gossip, Peter Doherty, Mogwai, Editors, Charlie Winston, Jason Mraz und Ayọ. Der Erfolg bewies, dass die Normandie ein großes Festival für aktuelle Musik tragen konnte und dass der Park eine seltene Eigenschaft besaß: genügend Platz für Wachstum, ohne vollständig das Gefühl eines Tages im Grünen zu verlieren.
Beauregard entwickelte sich schnell. Aus zwei Tagen wurden drei und später vier. The Day Before kam als besondere Eröffnungsnacht hinzu, die sich auf Künstler mit besonders großer Anziehungskraft konzentriert. Musikalisch bewegt sich das Festival zwischen internationalem Rock, französischem Chanson, Pop, Rap, elektronischer Musik, Soul, Metal, Folk und Indie. Mehrere Generationen können denselben Ort teilen, ohne dass das Programm wie eine beliebige Mischung wirkt.
Depeche Mode, Muse, Sting, Blur, Pixies, Massive Attack, David Guetta, The Smashing Pumpkins, Phoenix, Iggy Pop, Motörhead, Placebo, Florence + The Machine, Arctic Monkeys, The Chemical Brothers, The Cure, Macklemore, Angèle, Orelsan und Stromae gehören zur Geschichte des Festivals. Manche Künstler reisen mit Produktionen an, die für Zehntausende Menschen gebaut wurden. Andere brauchen kaum mehr als eine Stimme, eine Band und die Aufmerksamkeit des Publikums auf dem Rasen.
Das Hauptprogramm nutzt zwei Bühnen im Wechsel. Sobald ein Konzert endet, beginnt das nächste auf der gegenüberliegenden Seite der zentralen Fläche. Dadurch entstehen nur wenige Überschneidungen, und Besucher müssen nicht ständig entscheiden, welchen Auftritt sie vorzeitig verlassen. Gleichzeitig setzt sich die gesamte Menge immer wieder in Bewegung, wechselt die Richtung und sammelt sich vor der nächsten Bühne.
Die Scène Beauregard trägt die größten Produktionen, mit Bildschirmen, Licht, Feuer und einer Fläche für die wichtigsten Headliner. Die Scène John bietet Rockbands, alternative Projekte, französische Künstler und Namen, die auf dem Plakat vielleicht kleiner erscheinen, aber häufig zu den stärksten Entdeckungen gehören. Durch den Wechsel bilden beide Bühnen einen gemeinsamen musikalischen Ablauf statt zwei konkurrierender Veranstaltungen.
John Beauregard ist der erfundene Gastgeber des Festivals. Sein Name erscheint auf Bühnen, in Gärten, bei Services und in der gesamten Kommunikation. Das Publikum wird in sein Zuhause eingeladen und verbringt das Wochenende „chez John“. Diese Figur gibt einer inzwischen sehr großen Produktion Humor, Wiedererkennungswert und einen persönlicheren Ton.
Die Gestaltung setzt sich zwischen den Konzerten fort. Im Jardin de John kann man sitzen, essen, trinken und dem Gedränge für einige Minuten entkommen. Die Halle des Créateurs zeigt Kleidung, Schmuck, Kunsthandwerk und unabhängige Arbeiten aus der Normandie. Wege werden beleuchtet, Blumen und Pflanzen ergänzen den Park, und Projektionen auf der Schlossfassade machen selbst den nächtlichen Weg zur Bühne zu einem Teil der Inszenierung.
Familien finden einen eigenen Kinderbereich mit Spielen, Zeichnen, Zirkus, Sport, digitalen Aktivitäten und Informationen zum Gehörschutz. Jüngere Besucher erleben das Festival, ohne vollständig von seiner Atmosphäre getrennt zu werden. Beauregard bleibt ein großes Ereignis mit langen Nächten und hoher Lautstärke, bietet aber ausreichend Rückzugsorte für verschiedene Altersgruppen.
Der Campingplatz verlängert den Aufenthalt für Gäste, die nicht jeden Abend nach Caen zurückkehren möchten. Er liegt in Gehweite und bietet klassische Stellflächen sowie bereits aufgebaute Zelte. Der Morgen beginnt mit improvisiertem Frühstück, Gesprächen über den Vortag und dem Versuch, einen neuen Konzertplan zusammenzustellen.
Die Nutzung des Parks bringt ökologische Verantwortung mit sich. Ein großes freiwilliges Ecoteam unterstützt Mülltrennung, Reinigung, Recycling und Maßnahmen gegen weggeworfene Zigarettenstummel. Wiederverwendbare Becher, recyceltes Mobiliar und Regeln für Anbieter sollen die Belastung reduzieren, die eine vorübergehende Musikstadt zwangsläufig erzeugt.
Beauregard lebt von großen Namen, aber nicht ausschließlich von ihnen. Der besondere Reiz liegt im Abendlicht hinter dem Schloss, in einer unbekannten Band auf dem Rasen, in mehreren Generationen, die dasselbe Lied singen, und in einem öffentlichen Park, der sich verwandelt, ohne seine Persönlichkeit zu verlieren. Die Mischung aus populärer Programmierung, künstlerischer Neugier und normannischer Landschaft macht das Festival zu einem der prägenden Termine des französischen Sommers.
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