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HARDSTYLE
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1 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit
2023Into the Madness 2023
Zahlen, Heimatort und Eigenheiten
Ein See, viel Grün und ein Strandbereich würden normalerweise für Ruhe, Picknickdecken und einen relativ entspannten Nachmittag sprechen. Einmal im Jahr entscheidet sich der Seepark Zülpich konsequent gegen dieses Konzept. Bühnenkonstruktionen wachsen neben dem Wassersportsee aus dem Boden, große Soundsysteme ersetzen die übliche Parkatmosphäre und Tausende Fans der Harder Styles übernehmen das Gelände. Genau dieser Gegensatz zwischen friedlicher Seenlandschaft und einer Musik, die keinerlei Interesse an Zimmerlautstärke besitzt, gehört zum Charakter von Into The Madness. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich das Festival vom ersten großen Outdoor-Projekt von Musical Madness zu einem der zentralen deutschen Treffpunkte für Hardstyle und seine härteren Verwandten.
Begonnen hat alles am 3. September 2022. Musical Madness war damals bereits seit rund fünfzehn Jahren in der deutschen Hardstyle-Szene aktiv, hatte Clubshows, Großveranstaltungen und Festival-Hostings aufgebaut und war unter anderem mit dem Bootshaus und Parookaville verbunden. Ein eigenes großes Outdoor-Festival fehlte jedoch noch. Into The Madness sollte genau diese Lücke schließen. Zwei Bühnen und mehr als 25 Acts kamen in den Seepark Zülpich, darunter D-Block & S-te-Fan, Headhunterz, Ran-D, Da Tweekaz, D-Sturb, Rebelion, Warface, Rooler, Sickmode und Vertile. Rund 7.500 Besucher erlebten die Premiere. Damit war ziemlich schnell klar, dass aus dem einmaligen Experiment eine dauerhafte Veranstaltung werden konnte.
Schon 2023 wurde das Konzept deutlich erweitert. Aus zwei Bühnen wurden drei, und die unterschiedlichen Strömungen der Harder Styles erhielten klarere eigene Bereiche. Auf der Mainstage standen unter anderem Headhunterz, B-Front, Gunz For Hire, Rooler, Sickmode, Sound Rush und Sub Zero Project. Im Raw-Bereich spielten Namen wie Dual Damage, Aversion, Mutilator und Unresolved. Dazu kam erstmals eine Uptempo-Stage unter dem Hosting von INURFASE. Dieser Punkt ist für die Geschichte wichtig: INURFASE war Stage Host, nicht Veranstalter von Into The Madness. In einer Szene, in der Marken regelmäßig einzelne Areas übernehmen, bedeutet ein großes Logo über einer Bühne schließlich noch lange nicht, dass gleich das gesamte Festival den Besitzer gewechselt hat.
Der Seepark selbst ist ein wesentlicher Bestandteil der Atmosphäre. Into The Madness findet nicht in einem Betonkomplex und auch nicht auf einem völlig austauschbaren Industrieareal statt. Wasser, Strandflächen, Wiesen und Bäume bleiben sichtbar und werden zunehmend in das Festivaldesign einbezogen. Die Veranstalter nennen die temporär erschaffene Welt die „Madlands“ und verbinden sie mit wiederkehrenden grafischen Motiven, großen Bühnenbildern, Zeremonien und Endshows. Gleichzeitig ist das Gelände kompakt genug, um zwischen verschiedenen Stilrichtungen zu wechseln, ohne eine halbe Tagesreise einplanen zu müssen. Euphorischer Hardstyle, Raw und Uptempo können so innerhalb kurzer Zeit aufeinanderfolgen — für die Beine vielleicht weniger praktisch als für die musikalische Neugier.
2024 folgte der bislang auffälligste Formatwechsel. Into The Madness wurde auf den 30. und 31. August ausgeweitet, erhielt vier Areas, erstmals Camping und eine offizielle Pre-Party am Freitag. D-Block & S-te-Fan, Da Tweekaz, Rooler, Sub Zero Project, Rebelion, D-Sturb, Dimitri K, N-Vitral, Dual Damage und Mutilator zeigten, wie weit sich das musikalische Spektrum seit der Premiere bereits geöffnet hatte. Das zweitägige Modell wurde jedoch nicht automatisch zum neuen Standard. 2025 konzentrierte sich das Festival wieder auf einen einzelnen Haupttag, behielt vier Bühnen und gab Raw, Xtra-Raw, Hardcore und Uptempo neben melodischerem Hardstyle noch mehr Raum.
Zur fünften Ausgabe 2026 erreichte Into The Madness die nächste Größenordnung. Mehr als 75 Künstler spielten auf fünf Bühnen vor ungefähr 13.000 Menschen. Brennan Heart, D-Block & S-te-Fan, Da Tweekaz, Ran-D, Rebelion, Warface, Miss K8, Dimitri K und Mutilator gehörten zu den markanten Namen. Das musikalische Gelände wurde nochmals präziser aufgeteilt: Raw bekam zusätzlichen Raum für extremere Varianten, die von INURFASE gehostete Core Stage bündelte Hardcore und Uptempo, und ein neuer Bereich am Strand nutzte den Seepark stärker als zuvor. Aus dem zweigeteilten Hardstyle-Festival von 2022 war damit beinahe eine Landkarte der aktuellen Harder-Styles-Szene geworden.
Auch die Community entwickelte sich mit. Die Besucher werden als „Nomads“ bezeichnet und betreten in der offiziellen Bildsprache die „Madlands“. Dazu kommen das wiederkehrende Hasenmotiv, aufwendig inszenierte Abschlüsse und ein visuelles Universum, das die einzelnen Jahre miteinander verbindet. Entscheidend bleibt jedoch, was das Publikum daraus macht: Gruppen aus ganz Deutschland und den Nachbarländern, Künstler-Shirts, Fahnen, Hakken auf freien Flächen und jene spezielle Offenheit der Hardstyle-Szene, bei der zwei völlig Fremde nach einem besonders heftigen Drop plötzlich wirken können, als würden sie seit zehn Jahren gemeinsam auf Festivals fahren.
Am 4. September 2027 kehrt Into The Madness für seine sechste Ausgabe in den Seepark Zülpich zurück. Fünf Bühnen und eine Größenordnung von 75 Künstlern sind bereits angekündigt, während das vollständige Line-up noch wächst. Für ein Festival, das erst fünf Jahre zuvor als erstes eigenes Outdoor-Projekt von Musical Madness gestartet ist, ist diese Entwicklung bemerkenswert. Dabei wurde die Identität nicht verwässert, um ein möglichst allgemeines Electronic-Publikum anzusprechen. Stattdessen ging es immer tiefer in die eigene Szene: mehr Raw, mehr Hardcore, mehr Uptempo, spezialisiertere Areas und größere Produktion. Die ursprüngliche Frage, ob Deutschland ein solches Harder-Styles-Festival braucht, scheint längst beantwortet. Spannender ist inzwischen, wie groß die Madlands noch werden können, ohne ihren angenehm kontrollierten Wahnsinn zu verlieren.
Genres
HARDSTYLE
Die mit den meisten Auftritten in dieser Franchise.
Keine Top-Künstler
Noch nicht genug Quersignal zwischen Franchise und Archiv.