2023

HOUSE - TECHNO

Klangtherapie Festival

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1 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit

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Zahlen, Heimatort und Eigenheiten

Dokumentierte Editionen12023–2023
Jahre Geschichte24 Jahreseit 2003
Übliches LandDeutschland

Über das Festival

Zwischen Wiesen, Wald und dem Flüsschen Wiesent, nahe Scherleithen, wird ein Acker der Fränkischen Schweiz für ein paar Tage etwas anderes: kein Sponsorengehege, sondern ein Stück Boden, das Christian Polewka 2003 als Technofest für rund dreihundert Menschen zu behandeln begann. Klangtherapie Festival versteht man zuerst durch diesen Tal-Eigensinn: Plankenfels ist nicht Berlin und nicht München. Es ist ein Dorf in der Fränkischen Schweiz, in dem Techno und House Platz haben, wenn jemand den Horizont nicht an eine Getränkemarke verkauft.

Die offizielle Seite setzt den Start auf 2003. Die eigenen Notizen erinnern an einen kleinen, jungen Rave mit dem Motto DIE FREIHEIT SEIN ZU KÖNNEN WIE WIR SIND. Es gibt kein Stadion-Headliner-Plakat, das jenen Ursprung erklärt. Es gibt eine Zahl — rund dreihundert Seelen — und eine These: Freiheit, so zu sein, wie wir sind, gegen die bayerische Kultur, die Polewka später einseitig nannte. Das Treffen war als Gegenbild gedacht, nicht als Franchise. Wer ein Banklogo auf der Plane sucht, hat den falschen Wald.

Polewka unterschreibt den Ursprung. Paul kommt später dazu, gebunden an die Waldbühne, die das Gelände gewann, als das Format nicht mehr nur ein Wiesenrave war. C.R.I.P.O. GmbH, Sitz Scherleithen 5, ist die spätere Gesellschaft auf dem Impressum; sie wird hier nicht als Gründerin dargestellt. Die Reihenfolge zählt: zuerst ein Feld und ein Veranstalter, dann eine Bühne unter Bäumen, dann eine GmbH. Es rückwärts zu erzählen hieße, einer Firma die Geburt zu geben, die einer Party gehörte.

Das Wachstum wird ohne Jahreslinie erzählt. Das Festival ging von dreihundert Menschen auf ein Maß, das Berichte 2011 um die dreitausend setzten, mit mehr Areas, mehr Tickets und einem Programm, das nicht mehr nur Tanzfläche war. Techno und House bleiben das Ohr, aber das Gelände lernte, Downtempo, Workshops, Sauna, Hängematten, einen Familienraum und handgemachte Deko zu mischen. Polewka sagte es unverstellt: man bucht keine Business-Stars, man sucht Szenenperlen und regionale Kostbarkeiten. Das Publikum der Klangtherapie kauft keinen Plakat-Headliner. Es entscheidet sich, zu einem Acker in Plankenfels zu fahren, der sich sponsorenfrei erklärt.

Das Erlebnis folgt dem echten Format. Man kommt über eine enge Straße ins Tal. Man camped nah an den Bühnen: die Wege sind kurz, Gras zu Wald, Zeltplatz zu Floor und Floor zu Workshop. Man schwitzt nachts im Techno und dreht tags den Pegel runter zwischen einem Talk und einer Hängematte. Fränkisches Wetter — Augusthitze, ein Gewitter, das den Acker zu Matsch macht, Kälte in der Morgendämmerung unter den Bäumen — gehört zum Vertrag. Es gibt keinen Stadt-Club-After zwei Straßen weiter. Es gibt das Gelände selbst, das sich als zeitweiliges Zuhause benimmt, und ein kleines Dorf, das kein Clubviertel spielt.

Ohne Sponsoren lebt das Festival von einer anderen Wirtschaft: Tickets, Detail, Arbeit, die die eigenen Texte Herzblut nennen. Diese Unabhängigkeit ist kein leerer Slogan, wenn man sie gegen die bayerische Landschaft gesponserter Feste hört. Sie setzt auch eine Decke: man kann nicht wachsen wie ein Markenbier-Open-Air. Das Gelände — Feld der Ehre in älteren Notizen, ein Acker zwischen Wiesent und Hügeln in späteren — verlangt menschliches Maß. Wer mit Zelt kommt, versteht, dass Luxus hier kein eingezäuntes VIP ist. Es ist ein Wald ohne Logo darauf.

Dieses Tal wird nicht mit Berliner Warehouse-Techno und nicht mit einem Marken-Open-Air Süddeutschlands vermischt. Klangtherapie ist die von Plankenfels, die von Polewka, die von 2003 mit dreihundert Menschen und die der Waldbühne, sobald Paul in die Erzählung tritt. Sie mit einem Sponsor-Festival zu mischen heißt, einen Acker ohne Marke mit einem Werbeplanen-Gehege zu mischen. Der Name — Klangtherapie — ankert die These: man kommt zum Hören und Bleiben, nicht zum Sammeln eines Logos am Band.

Klangtherapie Festival versteht man am besten als einen Dreihundert-Rave, der den Wald nicht verkaufen wollte. Zwischen Scherleithen und der Wiesent, zwischen Polewka und der Baumbühne, die später kam, hatte die Fränkische Schweiz ein Festival, das Unabhängigkeit verlangte, nicht Patronat. Der Acker leiht den Matsch; das Motto leiht den Eigensinn. Es bleibt ein Treffen aus Techno und House, das wachsen lernte, ohne einer späteren GmbH zu erlauben, den Ursprung von 2003 umzuschreiben.

Wer vom Familienlager zur Waldbühne läuft, braucht keine Stadtkarte. Er braucht Stiefel für den Matsch, eine Jacke für die Morgendämmerung und Zeit, dasselbe Wochenende zwischen Workshop und Techno-Floor zu halten. Das Dorf bleibt Dorf. Der Acker leiht es nur. Nach einem Set unter den Bäumen tritt man wieder an die Wiesent und merkt, wie klein Scherleithen neben dem Lärm bleibt: ein Weg, ein Zelt, ein Feld, das den ganzen Klang trägt, ohne eine Getränkemarke über die Bäume zu hängen. Klangtherapie bleibt jenes Feld von 2003, das Räume und Workshops lernte, ohne die Bäume an ein Logo zu verkaufen.

Offizielle Website · www.klangtherapie-festival.de

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Genres

HOUSE

TECHNO

Steckbrief

Üblicher Monat
August
Typische Dauer
4 Tage
Übliche Stadt
Plankenfels, Bayern
Veranstalter
Christian Polewka
Erste Edition
2003

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