Ranking
#1.256
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3 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit
Zahlen, Heimatort und Eigenheiten
Timber! beginnt mit einem Weg in den Wald. Die Autos bleiben zurück, Campingausrüstung wird auf Rucksäcke und Schubkarren verteilt, und allmählich ersetzen die Pfade des Tolt-MacDonald Park den Straßenlärm. Zwischen hohen Bäumen öffnet sich eine Wiese mit Bühne, Decken und kleinen Gruppen, die ihren Platz für das Wochenende einrichten. Eine lange Hängebrücke führt über den Snoqualmie River zu Jurten, abgelegenen Campingplätzen und Waldwegen, auf denen sich Musik mit Wasserrauschen und Stimmen vermischt.
Das Festival entstand 2013 aus einer einfachen Vorstellung: einem großen Nachbarschaftscamp, bei dem Live-Musik und Natur gleich wichtig sind. Kevin Sur, Chad Clibborn und Phil O’Sullivan entwickelten die Veranstaltung über Artist Home, eine unabhängige Organisation aus dem Umfeld der Musikszene von Seattle. The Helio Sequence, Fruit Bats, Lemolo und Bryan John Appleby gehörten zum ersten Programm. Bereits damals verband Timber! neue Musik, gemeinschaftliches Camping und Konzerte zwischen den Bäumen.
Seitdem ist die Veranstaltung gewachsen, ohne dem Wettbewerb um immer größere Dimensionen zu folgen. Das Gelände bleibt überschaubar genug, um zwischen Auftritten zu wechseln, zum Zelt zurückzukehren und denselben Menschen mehrfach zu begegnen. Artist Home richtet die Auswahl nicht ausschließlich nach Bekanntheit oder Streamingzahlen aus. Entscheidend ist, ob eine Band live eine besondere Situation schaffen kann – unabhängig davon, ob sie ein etabliertes Publikum besitzt oder gerade ihre erste Festivalbühne betritt.
Built to Spill, Mark Lanegan, Car Seat Headrest, Lucy Dacus, Thee Sacred Souls, Oh Sees, Haley Heynderickx, Ty Segall und Deer Tick gehören zur Geschichte von Timber!. Musiker aus dem Pacific Northwest stehen neben landesweit tourenden Projekten. Indie Rock, Folk, Soul, Punk, Alternative Country, Hip-Hop und experimentelle Musik folgen aufeinander. Die Verbindung entsteht nicht durch einen einheitlichen Sound, sondern durch die Neugier auf eigenständige Konzerte.
Im Laufe des Tages verändert sich die Atmosphäre. Nachmittags sitzen Familien und Freundesgruppen auf der Wiese vor der Hauptbühne. Nach Einbruch der Dunkelheit leuchten Lichter zwischen den Baumstämmen, während die Campfire Stage einen engeren und ruhigeren Rahmen schafft. Ein reduziertes Lied am Feuer kann ein Publikum vollständig still werden lassen. Die Musiker sehen die Gesichter vor sich, Gespräche verschwinden und der Wald wirkt nicht länger wie Hintergrund, sondern wie ein Teil des Auftritts.
Camping gehört zum Kern des Wochenendes. Es gibt allgemeine Flächen, einen familienorientierten Bereich mit ruhigeren Erwartungen, Plätze am Fluss, Stellflächen für kleine Camper, Jurten und abgelegene Parzellen jenseits der Hängebrücke. Einige Bereiche sind nur nach einem längeren Fußweg mit der gesamten Ausrüstung erreichbar. Dafür wacht man zwischen Bäumen oder in der Nähe des Snoqualmie River auf. Der Morgen beginnt mit Kaffee und der Entscheidung zwischen Konzert, Yoga, Wanderung oder einem Sprung ins kalte Wasser.
Das Naturprogramm ist ungewöhnlich umfangreich. Besucher können an Wanderungen, Baumklettern, Mal- und Schreibkursen teilnehmen oder Vögel und Fledermäuse beobachten. Astronomen stellen nachts Teleskope auf und zeigen Planeten und entfernte Galaxien. Beim gemeinsamen Morgenbad treffen sich Camper an der Mündung von Tolt und Snoqualmie River. Andere verbringen Zeit am Strand oder folgen den bewaldeten Wegen, bevor das Musikprogramm wieder beginnt.
Familien sind auf dem gesamten Gelände präsent. Kinder bis zwölf Jahre erhalten freien Eintritt, und Camp Timber! bietet Kinderkonzerte, Kunst, Bewegung und morgendliche Aktivitäten. Der Familiencampingplatz schafft etwas mehr Ruhe, ohne Kinder vom übrigen Festival auszuschließen. Mehrere Generationen sitzen gemeinsam vor den Bühnen und erleben dieselben Künstler aus unterschiedlichen Perspektiven.
Die Ausgabe 2026 findet vom 23. bis 25. Juli statt. Reyna Tropical, Lady Wray, Frankie and the Witch Fingers, Dead Pioneers, Kassa Overall, Samantha Crain, Ya Tseen, Florry, Jenny Don’t and the Spurs, Terror/Cactus, Packaging, Weep Wave und Lucha Luna verbinden Soul, psychedelischen Rock, politischen Punk, experimentellen Hip-Hop, lateinamerikanische Rhythmen, Country und zeitgenössische indigene Musik.
Timber! verwendet die Natur nicht lediglich als attraktive Kulisse. Flüsse, Brücke, Waldwege, Campingplätze und Nachthimmel verändern den Rhythmus des Zuhörens. Ein Konzert führt zu einer Wanderung, die Wanderung endet am Wasser und auf dem Rückweg wartet eine weitere Bühne zwischen den Bäumen. Für drei Tage entsteht ein Ort, an dem Entdeckung nicht durch Eile, sondern durch Aufmerksamkeit möglich wird.
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