2013–2027

INDIE - POP - ROCK

Colours of Ostrava

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✓ 13 dokumentierte Editionen — 98 Künstler haben teilgenommen
Nächste Edition

Colours of Ostrava 2027

Wann

21–24 JULI 2027

Top-Künstler

Lineup folgt — wir veröffentlichen es sobald es bestätigt ist.

Noch

294
Tage
10
Std
20
Min
19
Sek

Fan service

Zahlen, Heimatort und Eigenheiten

Dokumentierte Editionen132013–2027
Jahre Geschichte25 Jahreseit 2002
Übliches LandTschechien

Über das Festival

Ostrava war über einen großen Teil des 20. Jahrhunderts mit Kohle, Stahl, Bergbau und einer Industrielandschaft verbunden, die kaum dem klassischen Bild einer europäischen Festivalstadt entsprach. Colours of Ostrava machte genau daraus seine größte Besonderheit. Heute betritt das Publikum Dolní Vítkovice und bewegt sich zwischen Hochöfen, Rohrleitungen, Gasbehältern und gewaltigen Stahlkonstruktionen, die früher zu einem der wichtigsten Industriekomplexe der Region gehörten. Nach Einbruch der Dunkelheit werden diese Anlagen beleuchtet, während zehntausende Menschen zwischen Konzerten, Theater und Diskussionen wechseln. Nur wenige Festivals besitzen eine so unmittelbare physische Verbindung zur Arbeits- und Wirtschaftsgeschichte ihres Ortes.

2002 sah Colours noch völlig anders aus. Zlata Holušová gründete das Festival rund um die Stodolní-Straße und das Messegelände Černá louka im Zentrum Ostravas. Tschechische Gruppen wie Monkey Business, Kryštof, Buty und Tata Bojs spielten neben Musikern aus benachbarten Ländern und weiter entfernten Regionen. Schon damals ging es nicht darum, eine bestimmte Szene abzubilden. Holušová wollte Musik nach Ostrava bringen, die dort sonst kaum zu hören war, und gleichzeitig verschiedene mittel- und osteuropäische Kulturräume miteinander verbinden. Der Name Colours beschrieb deshalb von Beginn an kein dekoratives Konzept, sondern eine programmatische Haltung: Unterschiede sollten sichtbar und hörbar bleiben.

Die internationale Dimension wuchs schnell. 2003 kam Goran Bregović, ein Jahr später Natacha Atlas, Rachid Taha und Bob Geldof. 2005 standen George Clinton und Parliament/Funkadelic neben Asian Dub Foundation und Musikern aus verschiedenen globalen Traditionen. Robert Plant, Salif Keita, Gogol Bordello und The Frames spielten 2006, als Colours erstmals vier Tage dauerte. Britischer Rock, amerikanischer Funk, afrikanische Musik, Balkan-Brass, Elektronik und tschechische Künstler konnten auf demselben Festival auftauchen, ohne künstlich vereinheitlicht zu werden. Gerade diese stilistische Unordnung wurde zu einer der wichtigsten Konstanten.

Mit steigenden Besucherzahlen wurden Černá louka und die Schlesisch-Ostrauer Burg zunehmend zu klein. 2010 war Colours mit ungefähr 25.000 Besuchern ausverkauft, und 2011 kamen erneut mehr als 25.000. Der Umzug nach Dolní Vítkovice 2012 löste zunächst ein Platzproblem, veränderte aber gleichzeitig die gesamte visuelle Identität. Alanis Morissette, Bobby McFerrin, The Flaming Lips, ZAZ, Janelle Monáe und Rufus Wainwright eröffneten die neue Ära zwischen Industrieanlagen, die nie für Unterhaltung gebaut worden waren. Die ehemaligen Stahlwerke wurden nicht hinter Bühnenverkleidungen versteckt, sondern blieben sichtbar und entwickelten sich zum wichtigsten Symbol des Festivals.

Mit dem neuen Gelände konnten die Dimensionen weiter wachsen. 2013 kamen Sigur Rós, The xx, The Knife und Bonobo; 2015 Björk, Kasabian, St. Vincent und Rudimental. Imagine Dragons, Jamiroquai, Justice und Norah Jones gehörten zum ausverkauften Jahr 2017. Später folgten N.E.R.D., Grace Jones, Kygo, The Cure, Florence + The Machine und Rosalía. Trotzdem erzählen die Headliner nur einen Teil der Geschichte. Kleinere Bühnen zeigen weiterhin Künstler aus Afrika, Asien, dem Balkan, Skandinavien oder Lateinamerika. Jazz, traditionelle Musik, experimentelle Elektronik und schwer kategorisierbare Projekte bleiben ein wesentlicher Bestandteil. Die großen Namen ziehen das Publikum an; die unbekannteren sorgen dafür, dass Colours nicht austauschbar wird.

Seit 2016 verändert außerdem das Meltingpot Forum den Tagesablauf. Wissenschaftler, Ärzte, Schriftsteller, Journalisten, Philosophen, Künstler und Sportler diskutieren über Gesundheit, Technologie, Gesellschaft, Bildung und Kultur, während nur wenige Meter entfernt Soundchecks beginnen. Theater, Workshops, Familienangebote und Installationen erweitern das Gelände zusätzlich. Manche Ausgaben umfassten mehr als vierhundert Programmpunkte. Dolní Vítkovice funktioniert während Colours deshalb wie ein temporäres Kulturviertel. Ein Besucher kann am Nachmittag eine Debatte über künstliche Intelligenz hören, danach eine koreanische Band entdecken und den Abend vor einer internationalen Rockproduktion verbringen.

Die Pandemie führte zur einzigen längeren Unterbrechung. 2020 konnte Colours nicht in normaler Form stattfinden. Ein kleines Ersatzprojekt namens NeFestival begann mit stark begrenzter Kapazität, musste jedoch nach zwei Tagen wegen neuer Beschränkungen beendet werden. Auch 2021 wurde das Hauptfestival verschoben. Erst 2022 kehrte es vollständig zurück, mit The Killers, Twenty One Pilots, Martin Garrix, LP, Franz Ferdinand und Phoebe Bridgers. Danach folgten OneRepublic und Macklemore 2023, Lenny Kravitz und Sam Smith 2024 sowie Sting, Iggy Pop, Justice und The Chainsmokers 2025. Das Festival stellte damit innerhalb kurzer Zeit seine internationale Reichweite wieder her.

2026 führten Twenty One Pilots, Teddy Swims, Lorde, Moby und LP ein Programm an, das auch Skunk Anansie, The Libertines, Atarashii Gakko!, Audrey Nuna, Peaches und Ibrahim Maalouf umfasste. Am Freitag zwang ein heftiges Gewitter die Organisation, das Programm auf den Außenbühnen zu unterbrechen und Besucher in feste Gebäude und sichere Strukturen zu schicken. Einige Auftritte wurden verschoben, Malkit Singh musste abgesagt werden, doch später wurde weitergespielt und die vier Festivaltage konnten abgeschlossen werden. Zwischen Regen, beleuchteten Hochöfen und Musik zeigte sich erneut, wie stark das industrielle Gelände Teil jedes Erlebnisses ist, ohne den normalen Risiken eines Open-Air-Festivals zu entkommen.

Vom 21. bis 24. Juli 2027 findet die 24. Ausgabe erneut in Dolní Vítkovice statt. Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Beginn rund um die Stodolní-Straße lässt sich die Bedeutung von Colours nicht mehr nur mit Besucherzahlen oder Headlinern erklären. Das Festival half Ostrava dabei, den materiellen Nachlass seiner Industriegeschichte neu zu lesen. Statt die Stadt aus Stahl für einige Tage hinter einer Festivalfantasie zu verstecken, machte Colours gerade ihre Hochöfen und technischen Anlagen zur Bühne für Kulturen aus aller Welt. Das alte Ostrava verschwindet dabei nie. Es bleibt schwarz, schwer und metallisch sichtbar – und wird jeden Juli für vier Tage mit einer erstaunlichen Menge anderer Farben gefüllt.

Offizielle Website · www.colours.cz

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Genres

INDIE

POP

ROCK

Steckbrief

Üblicher Monat
Juli
Typische Dauer
4 Tage
Übliche Stadt
Ostrava
Verschiedene Städte
2
Längste Serie
7 Jahre hintereinander
Veranstalter
Zlata Holušová (Colours of Ostrava Festival s.r.o.)
Erste Edition
2002

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