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#401
METAL - ROCK
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Wann
23–26 JUNI 2027
Top-Künstler
Lineup folgt — wir veröffentlichen es sobald es bestätigt ist.
Noch
12 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit
Zahlen, Heimatort und Eigenheiten
Manche Orte wirken, als hätten sie lange vor der Entstehung eines Festivals genau auf dieses Festival gewartet. Refshaleøen gehört dazu. Das ehemalige Industrie- und Werftgebiet von Kopenhagen mit Stahlkonstruktionen, Hallen, Beton und einer sichtbaren Arbeitergeschichte am Hafen besaß bereits eine Ästhetik, die Metal-Festivals an anderen Orten erst künstlich bauen müssten. Als Copenhell im Juni 2010 dort startete, wirkte es deshalb nicht wie ein beliebiger Platz, der mit Feuer und schwarzen Bannern dekoriert worden war. Verstärker, Rauch, Flammen und schwere Gitarren passten erstaunlich selbstverständlich zu den Resten der Industrie. Nur wenige Kilometer vom Zentrum Kopenhagens entfernt, aber weit genug weg für extreme Lautstärke, wurde Refshaleøen zu einem temporären Sommerinferno und später zu einem der bekanntesten Orte für harte Musik in Skandinavien.
Die erste Ausgabe am 11. und 12. Juni 2010 dauerte lediglich zwei Tage und präsentierte sechzehn Bands auf zwei Bühnen. Megadeth gehörte zu den großen Namen, daneben spielten Deftones, Napalm Death, Behemoth, Hatebreed, Suicidal Tendencies, The Dillinger Escape Plan, Mnemic und weitere Vertreter verschiedener Generationen von Metal, Hardcore und Extremmusik. Die Grundidee war bereits eindeutig: Dänemark sollte ein Festival bekommen, das harte Musik nicht als kleine Ecke eines allgemeinen Rockprogramms behandelte, sondern tief in ihre Szenen und Subgenres eintauchte. Aus dieser Idee wuchs Copenhell. Neue Bühnen kamen hinzu, das Wochenende wurde länger und das musikalische Spektrum reichte schließlich von klassischem Heavy Metal über Thrash, Death und Black Metal bis Doom, Hardcore, Metalcore, Industrial und Hard Rock. Metallica, Slayer, Judas Priest, Iron Maiden, Scorpions, Alice Cooper, Slipknot, Tool, Avenged Sevenfold und viele andere machten Refshaleøen zu einer wichtigen Station des europäischen Festivalsommers.
Gleichzeitig wurde schnell klar, dass Copenhell mehr sein wollte als ein effizienter Konzertplan. Helvíti, Hades, Pandæmonium und Gehenna wurden zu vertrauten Bühnennamen, während sich im Biergarten mit Live-Metal-Karaoke, DJs, Quizformaten, gemeinsamen Hymnen und der berüchtigten Power Hour beinahe ein eigenes Festival entwickelte. An anderen Orten tauchten Wikingerkämpfe, Wrestling, Corpse Paint, Tätowierer, Theater, absurde Wettbewerbe und düstere Märkte auf. Copenhell Con erweiterte diese Welt noch um Gaming, Horror, Fantasy, Comics, Film, Interviews und Panels mit Musikern und Kulturschaffenden. Das Entscheidende daran ist der Ton: Die Musik kann vollkommen ernst genommen werden, ohne dass sich das Festival selbst permanent ernst nehmen muss. Ein technisch anspruchsvolles Konzert und ein völlig überdrehtes Karaoke können deshalb innerhalb derselben Stunde funktionieren. Härte, schwarzer Humor und erstaunliche Freundlichkeit sind zu gleichwertigen Bestandteilen der Atmosphäre geworden.
Auch die Größe veränderte sich erheblich. Aus der kompakten Premiere wurden zunächst drei und später vier Festivaltage, während die Infrastruktur auf Refshaleøen immer komplexer wurde. Die Pandemie verhinderte die Ausgaben 2020 und 2021, doch mit der Rückkehr 2022 begann eine größere Phase. Gleichzeitig formulierte Copenhell seine Werte immer deutlicher als Kultur gegenseitigen Respekts, in der verschiedene Generationen und Identitäten Platz haben sollen. Das Publikum besteht längst nicht mehr nur aus erfahrenen Metal-Fans mit klassischen Bandshirts. Jugendliche kommen wegen Metalcore und neuen extremen Bands, andere wegen experimenteller, industrieller oder alternativer Acts, und immer mehr Menschen erleben dort überhaupt erstmals ein großes Metal-Festival. 2026 sollte ungefähr ein Viertel des Publikums zum ersten Mal Copenhell besuchen, ein deutliches Zeichen dafür, dass die Community weiter wächst.
Die fünfzehnte Ausgabe vom 24. bis 27. Juni 2026 zeigte den bisherigen Höhepunkt dieser Entwicklung. Sämtliche Ticketarten waren ausverkauft, und mit rund 39.000 Gästen pro Tag wurde ein neuer Publikumsrekord erwartet. Iron Maiden eröffneten die Headliner-Reihe am Mittwoch, Bring Me The Horizon folgten am Donnerstag, Twisted Sister am Freitag und Volbeat am Samstag. Diese vier Namen erzählten fast die gesamte Spannweite des Festivals: britische Heavy-Metal-Geschichte, moderne Transformation des Genres, spektakulärer Glam- und Hard-Rock und schließlich die größte dänische Heavy-Rock-Band der Gegenwart. Alice Cooper, Anthrax, Sepultura, A Perfect Circle, Trivium, Papa Roach, Babymetal, Black Label Society, Suicidal Tendencies, Tom Morello, Mastodon, Soilwork, Konvent, Gaerea, Ice Nine Kills und viele weitere sorgten für die Tiefe des Programms. Zum Jubiläum entstand außerdem der Festivalsong „HellWalkers“, begleitet von einer großen All-Star-Show mit Musikern aus vielen Teilen der dänischen Heavy-Szene.
Für den 23. bis 26. Juni 2027 ist die nächste Ausgabe bereits bestätigt, doch Copenhell lässt sich inzwischen kaum noch nur durch Headliner erklären. In fünfzehn Editionen ist eine eigene Kultur entstanden: Bühnennamen fühlen sich wie Stadtviertel an, bestimmte Aktionen werden zu jährlichen Ritualen, und die Beziehung zu Refshaleøen ist so stark, dass ein Umzug schwer vorstellbar wäre. Nach Sonnenuntergang verschwinden die alten Werftanlagen hinter Feuer, Licht und Zehntausenden schwarzen Shirts; aus einer Richtung kommt klassischer Heavy Metal, aus einer anderen Death, Hardcore oder düstere elektronische Musik. Das Zentrum von Kopenhagen liegt weiterhin erstaunlich nah, doch für vier Tage scheint die Insel zu einer anderen Stadt zu gehören. Diese Stadt trägt einen bewusst einfachen Namen: Copenhell.
Genres
METAL
ROCK
Zeitstrahl
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