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POP - ROCK
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2 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit
Zahlen, Heimatort und Eigenheiten
Bergschenhoek ist kein See in Gelderland. Es ist ein Dorf in Lansingerland, ein Park, der den Namen Annie M.G. Schmidt trägt, und ein Wochenende, das The Zoo Events wie ein zu groß gewordenes Wohnzimmer behandelte. Wer Lago Lago sucht — Stroombroek, House, Techno, eine Wasserfläche in Montferland — hat die falsche Provinz. Hier ist das Ohr niederländischer Pop und Rock, und das Gelände ist ein Gemeindepark, kein DJ-Camping. Am 8. und 9. Juni 2018 füllte sich das Gras zweimal: fünftausend am Freitag, zehntausend am Samstag.
Jiska Roewen von The Zoo Events sagte es in der Samstagssonne, bevor Bløf und Chef’Special spielten: das Gelände war ausverkauft. An der Tür musste man nein sagen. Dieser Satz zählt mehr als eine Pressenotiz. Lansingerland Live entstand nicht als Circuit-Marke. Es entstand als Nachbarschaftsfest, das in einen Park passt: Freitag eine Neunziger-Nacht — Vengaboys auf dem Plakat — Samstag Pop und Rock mit Namen, die Südholland schon aus dem Radio kennt. Wer ein Amsterdamer Open Air denkt, hat die falsche Größe. Wer einen House-See denkt, hat die falsche Karte.
The Zoo Events programmiert den Park, als wäre er ein Wohnzimmer. Die eigenen Notizen der Begegnung nennen es das größte Wohnzimmerkonzert des Landes: eine These der Nähe, kein Pokal. Man kommt mit dem Rad, folgt dem P-Schild, lässt das Auto, wenn es nicht anders geht. Der Parkplatz ist begrenzt. Der ÖPNV läuft über Zoetermeer und die Rotterdamer Metro. Es gibt kein Hauptstadt-After zwei Straßen weiter. Das After ist der Park selbst: ein Bier, ein Juni-Sonnenuntergang, ein Dorf, das zwei Nächte lauter klingt als im Rest des Jahres.
Das Erlebnis folgt dem Format. Der Freitag verlangt Nostalgie und Refrain. Der Samstag verlangt mehr Lautstärke und ein Ohr für niederländische Charts. Tagsüber bleibt der Park ein Park: Gras, Bäume, ein Kinderbuch-Name, der nicht umzieht. Nachts verlangt Pop zu bleiben und Rock den Chor. Wer aus dem Dorf kommt und wer aus Rotterdam kommt, teilt dasselbe Gras. Es gibt kein Zelt als Vertrag. Es gibt ein Tagesticket, ein Kombi wenn man das Wochenende will, und ein Gelände, das sich zu den Häusern von Lansingerland leert.
Lansingerland Live ist nicht Lago Lago. Diese Korrektur ist keine Archivfußnote. Lago Lago ist Braamt, eine Wasserfläche, House und Techno, eine Kapazität, die man senkte, damit sie passt. Lansingerland Live ist Bergschenhoek, ein Schmidt-Park, Pop und Rock, ein Neunziger-Freitag und ein Samstag von zehntausend. Sie zu mischen ist der Fehler dessen, der nur einen Wasser- oder Dorfnamen liest und eine Karte annimmt. Wer durch Annie M.G. Schmidtpark eintritt, verdient den richtigen Namen: ein Wohnzimmer unter freiem Himmel, kein See.
Man muss keine lange Liste erfinden, um den Ort zu erklären. Der Ort erklärt sich durch den Park, durch Roewen, die an der Tür nein sagt, durch Vengaboys an einem Freitag und Bløf an einem Samstag, und durch eine Gemeinde, die das Gras einem lokalen Promoter lieh. Wer das Treffen als kleinere Probe von Pinkpop behandelt, hat die falsche Würde. Ein Dorfpark verdient dieselbe Prosa wie ein Limburger Gehege. The Zoo Events leiht das Ohr; Lansingerland leiht den Boden.
Es gibt einen nützlichen Widerspruch: das Festival verkauft sich als Wohnzimmer-Intimität und füllt zugleich zehntausend Köpfe an einem Samstag. Es entschuldigt sich nicht für die Größe. Es erklärt, warum diese Größe in einen Park von Bergschenhoek passt. Fünftausend am Freitag sind keine Broschürengeste. Sie sind die These einer Neunziger-Nacht, die nicht vorgibt, etwas anderes zu sein. Wer das Gelände arbeitet, ist nicht nur Personal auf der Durchreise. Es ist ein Zoo-Team, das das Wochenende als seines behandelt.
Zwischen Fahrradständer und Bühne braucht man keine Stadtkarte. Man braucht ein Ticket für den Freitag oder den Samstag, etwas Geduld an der Tür wenn Roewen nein sagen musste, einen Platz im Gras unter den Bäumen von Schmidt, und Zeit, um zwischen Vengaboys und Bløf denselben Park zu halten, den The Zoo Events wie ein Wohnzimmer behandelt.
Nach einem Refrain auf dem Gras tritt man wieder zu den Bäumen und merkt, wie klein das Dorf neben dem Lärm bleibt. Wer das Gras in der Samstagsdämmerung quert, versteht, warum dieses Lansingerland kein See in Gelderland ist. Der Park riecht noch nach Junigras; der Refrain verlangt einen weiteren Chor; das Rad wartet draußen. Zwischen dem 8. Juni 2018 und einem ausverkauften Samstag, zwischen Roewen und The Zoo Events, zwischen Pop und Rock, die in denselben Schmidtpark passen, hatte Südholland ein Festival, das sich nicht als Stroombroek-Filiale übersetzen lässt. Das Dorf leiht den Namen. Es bleibt ein Wohnzimmer, das lernte, Park zu sein, ohne aufzuhören, von Lansingerland und seinem grünen Schmidtpark zu sein.
Genres
POP
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