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HOUSE - TECHNO - TRANCE
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3 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit
Zahlen, Heimatort und Eigenheiten
Es wirkt erstaunlich logisch, dass CORE in Medellín eine zweite Heimat gefunden hat. Die Stadt liegt zwischen Bergen, ist von tropischer Vegetation geprägt und besitzt gleichzeitig eine elektronische Szene, die große Clubs und Festivals über das ganze Jahr tragen kann. Als Tomorrowland sein CORE-Konzept im Mai 2024 nach Medellín brachte, entstand deshalb keine kolumbianische Kopie des riesigen belgischen Hauptfestivals. Parque Norte bot eine konzentriertere Umgebung, in der House, Techno, Kunst, Bühnendesign und Natur zusammenwirken konnten, ohne dass die Erfahrung von permanentem Feuerwerk oder einer endlosen Reihe globaler Superstars abhängig war. Schon die erste Ausgabe entwickelte eine eigene regionale Identität: visuell aufwendig, musikalisch tiefer und deutlich stärker auf Clubkultur und ein Publikum ausgerichtet, das vor allem zum Tanzen kam.
Die Premiere am 11. und 12. Mai 2024 war in weniger als 48 Stunden ausverkauft und zog über das Wochenende fast 40.000 Menschen an. Mehr als 25 Künstler spielten auf drei Bühnen und lieferten rund 22 Stunden Musik. CORE bildete das visuelle Zentrum mit dem neuen monumentalen Gesicht, das Tomorrowland kurz zuvor in Tulum vorgestellt hatte. Agents Of Time, ANNA, Antdot, Bora Uzer, Kölsch, BICEP, Brina Knauss, Kevin de Vries und Mind Against gehörten dort zu den wichtigsten Namen. AltVerda lag zwischen Lichtssäulen und Vegetation und präsentierte unter anderem Chet Faker als DJ, HAAi, DJ BORING, fka.m4a und Dino Lenny. Arbo arbeitete mit Stoffen, Rauch und einer intimeren Atmosphäre für Julianna, WOST, Valesuchi, Mystery Affair und Sinego. Bereits im ersten Jahr wurden internationale Produktion und lateinamerikanische Clubkultur bewusst miteinander verbunden.
Die CORE-Bühne selbst prägte die Wahrnehmung des Festivals erheblich. Das Gesicht war ungefähr siebzehn Meter hoch und dreißig Meter breit, wurde aber als reisende Konstruktion entwickelt, die vollständig in einen Container passt. Wasserfontänen, Geysire, Rauch, Nebel, bewegliche Lichter und Pyrotechnik veränderten den Ausdruck der Figur mit zunehmender Dunkelheit. Medellín verlieh dieser Architektur jedoch einen eigenen Charakter. Die Vegetation von Parque Norte, die warme und feuchte Nachtluft sowie die Nähe zur Stadt ließen die Bühne weniger wie ein Objekt wirken, das auf ein Gelände gestellt worden war, sondern eher wie etwas, das aus der Umgebung selbst entstand. Genau diese Verbindung entspricht der CORE-Idee, bei der Natur nicht bloß Hintergrund, sondern ein aktiver Teil der Inszenierung sein soll.
Am 14. und 15. Februar 2025 kehrte CORE bereits zurück. Drei Bühnen blieben bestehen, erhielten aber neue Formen. Das ursprüngliche CORE-Gesicht kam erstmals nach Kolumbien, MANO wurde als neuer Raum mit zwei aus dem Boden wachsenden Händen eingeführt, und ARBO gab kolumbianischen Künstlern besonders viel Platz. Paul Kalkbrenner, Âme, Agents Of Time, Carlita, Dino Lenny, ANNA b2b Vintage Culture, Antdot b2b Maz, Dixon, Bora Uzer und WhoMadeWho bildeten den internationalen Kern. Bibi Seck, Dany F, Paula Temple, Avalon Emerson, KETTAMA, Young Marco und zahlreiche lokale Acts erweiterten die musikalische Perspektive. Damit begann CORE Medellín weniger wie ein gastierendes Tomorrowland-Projekt und zunehmend wie ein fester Termin im elektronischen Kalender der Stadt zu wirken.
Die dritte Ausgabe am 20. und 21. Februar 2026 bestätigte diese Entwicklung. Mehr als 35 Künstler spielten vor ungefähr 32.000 Menschen an zwei Abenden. Dom Dolla absolvierte seinen ersten Auftritt überhaupt in Kolumbien, während ARTBAT, VTSS, Patrick Mason, Interplanetary Criminal, 999999999, Indira Paganotto, Kobosil, Mind Against, Dino Lenny und Joris Voorn b2b Yotto das Programm von House und Melodic Techno bis zu härterem Techno und modernen Trance-Einflüssen führten. Oscar and the Wolf brachte zusätzlich eine echte Live-Performance in ein ansonsten stark DJ-orientiertes Festival. Gleichzeitig sorgten Cami Vasquez, Niebla, Dezko, Honey Vergony und weitere Künstler dafür, dass die kolumbianische Szene nicht nur als Support erschien, sondern zunehmend Teil der Identität wurde.
Diese Beziehung reicht inzwischen über das Festivalgelände hinaus. Die Tomorrowland Foundation begann eine langfristige Zusammenarbeit mit 4Eskuela, einer Community-Organisation aus Medellín, die mit Jugendlichen in Hip-Hop, DJing, MCing, Breakdance, Graffiti und kreativen Projekten arbeitet. Das passt zur aktuellen Positionierung von CORE: Medellín soll keine temporäre Station einer Weltreise sein, sondern eine langfristige lateinamerikanische Basis mit echten lokalen Verbindungen. Bis August 2026 wurden noch keine Termine für eine vierte Ausgabe veröffentlicht, doch die Organisation spricht ausdrücklich von Kontinuität und hält Medellín fest im offiziellen CORE-Universum. Nach drei Editionen besitzt die Stadt bereits etwas, das nicht zusammen mit der Bühne in einem Container weiterreisen kann: eine eigene Verbindung zwischen dem monumentalen Gesicht, den Bäumen von Parque Norte, warmen kolumbianischen Nächten und einer Tanzfläche, die CORE inzwischen ebenso stark geprägt hat wie CORE die Stadt.
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