2025–2026

INDIE - POP - ROCK

Depot in the Castle

Ranking

#1.247

✓ 2 dokumentierte Editionen — 8 Künstler haben teilgenommen

Bei welcher warst du (oder wirst du sein)?

2 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit

Fan service

Zahlen, Heimatort und Eigenheiten

Dokumentierte Editionen22025–2026
Jahre Geschichte9 Jahreseit 2018
Übliches LandVereinigtes Königreich

Über das Festival

Mittags kann Depot in the Castle zunächst wie ein Familienfest wirken: Kinder probieren Circus Skills aus, Gesichter werden bemalt, Straßenkünstler laufen über die Rasenfläche und zwischen den Essensständen finden Workshops statt. Einige Stunden später steht dieselbe Fläche voller Erwachsener, die Pop- und Indie-Refrains mitsingen, während Licht die alten Mauern von Cardiff Castle verändert. Dieser langsame Wechsel ist wichtiger als das Etikett „family-friendly“. Das Festival teilt den Tag nicht streng in Kinder- und Erwachsenenbereiche. Eine einzige Veranstaltung verändert ihren Charakter mit der Uhrzeit und nutzt dafür einen Ort, der mitten im modernen Cardiff liegt.

Die Idee ist älter als der heutige Name. DEPOT, von Nick Saunders in Cardiff aufgebaut, entwickelte sich ab 2015 mit Pop-up-Events, Street Food, ungewöhnlichen Veranstaltungsorten und Formaten wie Bingo Lingo. 2017 organisierte das Team den Depot in the Park im SSE SWALEC Cricket Stadium. Musik, Essen und Familienprogramm funktionierten dort so gut, dass eine Fortsetzung logisch war. 2018 zog das Konzept jedoch ins Cardiff Castle und erhielt seinen dauerhaften Namen. The Fratellis und Sister Sledge führten die erste Ausgabe am 2. Juni an; Hackney Colliery Band, Fleetmac Wood, Horse Meat Disco, eine kompakte Bingo-Lingo-Version und Kinderangebote machten bereits deutlich, dass daraus kein gewöhnliches Open-Air-Konzert werden sollte.

Der Schlossstandort verändert die gesamte Logistik. Cardiff Castle liegt nicht auf einem abgelegenen Festivalfeld, sondern unmittelbar an der Innenstadt und Bute Park. Bahnhöfe, Hotels, Pubs, Restaurants und Einkaufsstraßen befinden sich in der Nähe. Camping existiert nicht. Besucher können zu Fuß ankommen, durch historische Mauern gehen, einen ganzen Tag auf Castle Green verbringen und nach dem Headliner wieder direkt in die Stadt hinaustreten. Gerade für Familien senkt das die Schwelle erheblich. Ein Festivalbesuch verlangt keine mehrtägige Expedition, während der Abend trotzdem die Dimension eines großen Open-Air-Auftritts erreicht. Die Geschichte des Ortes bleibt dabei immer sichtbar und verhindert, dass die Bühne irgendwo austauschbar wirkt.

Street Food gehört zum Konzept, weil DEPOT schon vor dem Festival Veranstaltungen über Essen, Bars und soziale Räume definierte. 2018 wurden lokale Händler prominent angekündigt und diese Verbindung blieb bestehen. Parallel wuchs das Kinderprogramm. 2026 gab es Samba-Workshops, Circus Skills, Face Painting, Balloon Modelling, Bastelangebote und eine neunzigminütige Mini-Rave, bevor das spezielle Familienprogramm am frühen Abend endete. Diese Aktivitäten sind keine weit entfernte Nebenwelt. Der Standort ist kompakt genug, dass Eltern zwischen Workshop, Essen und Main Stage wechseln können. Dadurch entsteht eher ein kontinuierlicher Tagesablauf als die übliche Trennung zwischen Kinderbereich und „eigentlich wichtigem“ Konzertprogramm.

Musikalisch arbeitet Depot in the Castle ähnlich offen. 2019 standen Clean Bandit und Tom Odell im Mittelpunkt. Nach der Pandemie folgten Kaiser Chiefs, Tom Grennan und Ella Eyre; 2022 brachte Rag’n’Bone Man, Melanie C, Faithless, Toploader, Lola Young und Alfie Templeman zusammen. 2023 traf Bastille auf Example und General Levy. 2024 verbanden Anne-Marie, Tom Walker, Jax Jones, Artful Dodger und CVC Pop, Dance, Garage und walisischen Psych-Rock. 2025 konnte Jess Glynne schließlich über einem Billing mit Maxïmo Park, Sigma, Kate Nash, Professor Green und Goldie Lookin Chain stehen. Das Festival sucht keine stilistische Reinheit, sondern Künstler, deren Songs in einem gemeinsamen, breiten Publikum funktionieren.

Walisische Acts sorgen dafür, dass diese Breite nicht beliebig wird. DEPOT ist ein Cardiff-Projekt und hat immer wieder Künstler aus der Stadt und aus Wales auf dieselbe Hauptbühne gestellt wie nationale Namen. CVC, Ben Ellis, Afro Cluster, Goldie Lookin Chain, Tom Jenkins und The Family Battenberg gehören dazu. Gerade am Nachmittag spielen sie vor einem Publikum, das möglicherweise hauptsächlich wegen des späteren Headliners gekommen ist. Das schafft eine andere Form lokaler Sichtbarkeit als eine separate Nebenbühne. Cardiff Castle bleibt dadurch nicht nur Fotokulisse für Touring-Produktionen; ein Teil der musikalischen Identität kommt weiterhin aus der Stadt, die das Festival überhaupt hervorgebracht hat.

COVID war die deutlichste Unterbrechung. Die für Juli 2020 geplante Ausgabe mit Kaiser Chiefs musste auf 2021 verschoben werden. Für DEPOT bedeutete das nicht nur ein verlorenes Konzert, sondern Einnahmeausfälle für Technikcrews, Lieferanten und Street-Food-Betriebe. Nach der Rückkehr wurde das Festival schnell wieder stabil. Bastille führte 2023 an, Anne-Marie 2024 und die Jess-Glynne-Ausgabe 2025 war ausverkauft. Gleichzeitig wuchs DEPOT Live zu einer ganzen Konzertserie im Cardiff Castle. Zwischen Einzelshows großer Künstler bleibt Depot in the Castle jedoch der Tag, an dem das Gelände nicht nur einem Headliner gehört, sondern über viele Stunden von Familien, lokalen Acts und verschiedenen Musikrichtungen genutzt wird.

Am 25. Juli 2026 war diese Struktur noch vollständig erkennbar. Red Rum Club brachten Indie-Rock mit markanter Trompete in den Nachmittag, Sugababes verwandelten einen Teil des Tages in kollektive Pop-Nostalgie, Ben Ellis und Afro Cluster hielten die lokale Verbindung sichtbar, und The Wombats übernahmen nach Einbruch der Dunkelheit. Berichte erinnern an Tausende Handylichter unter den alten Mauern und an ein Publikum, in dem langjährige Indie-Fans neben deutlich jüngeren Besuchern standen. Für 2027 gibt es noch keinen bestätigten Termin. Trotzdem ist die besondere Logik längst etabliert: Für einen einzigen Sommertag wird Cardiff Castle gleichzeitig Familienpark, Street-Food-Markt und Konzertarena – und sobald die letzten Menschen hinausgehen, bleibt wieder dasselbe historische Schloss mitten in der Stadt zurück.

Offizielle Website · www.depotinthecastle.com

Genres

INDIE

POP

ROCK

Steckbrief

Üblicher Monat
Juli
Typische Dauer
1 Tage
Übliche Stadt
Cardiff
Längste Serie
2 Jahre hintereinander
Veranstalter
Nick Saunders (The Depot, Cardiff)
Erste Edition
2018

Zeitstrahl

Ein Künstler pro Jahr — bestes Ranking

Wiederkehrende Künstler

Die mit den meisten Auftritten in dieser Franchise.