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INDIE - POP - ROCK
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9 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit
Zahlen, Heimatort und Eigenheiten
I-Days entstand zu einer Zeit, als der vollständige Name Independent Days Festival die musikalische Haltung noch ziemlich genau beschrieb. Am 4. September 1999 spielten in der Arena Parco Nord in Bologna The Offspring, Joe Strummer & The Mescaleros, Silverchair, Sick of It All, Hepcat, Lit, Punkreas, Verdena und Tre Allegri Ragazzi Morti. Punk, Hardcore und Alternative Rock standen klar im Mittelpunkt. Vom heutigen Modell einer über den gesamten Mailänder Sommer verteilten Konzertserie mit Popstars, Rappern und internationalen DJs war noch nichts zu erkennen. Independent Days gehörte zu einer Generation, in der Punk, Skate-Kultur, Ska, Nu Metal und alternative Gitarrenmusik große Teile desselben Publikums teilten. Rund 20.000 Besucher bei der Premiere gaben dem Projekt genug Schwung, um sich schnell als wichtiger italienischer Termin für internationale alternative Tourneen zu etablieren.
Bologna prägte die erste Phase entscheidend. Die Arena Parco Nord, ein großes Open-Air-Gelände mit natürlicher Amphitheaterform, bot Raum für dichte Programme, in denen internationale Bands und italienische Künstler nebeneinander standen. Blink-182, Limp Bizkit, Deftones, Muse, Manu Chao, Ska-P, Nine Inch Nails, Sonic Youth, Tool, Franz Ferdinand und Arcade Fire erweiterten in den folgenden Jahren das Spektrum. Punk und Hardcore blieben historische Bezugspunkte, doch Nu Metal, Indie, Reggae, Ska und schwerere Rockformen wurden selbstverständlich Teil des Festivals. Die Reihe war nicht lückenlos jährlich; es gab Jahre ohne Veranstaltung und einzelne Versuche außerhalb Bolognas. Eine Mailänder Ausgabe 2009 zeigte bereits, dass die Marke geografisch beweglicher werden konnte, auch wenn Parco Nord weiterhin als ihr eigentliches Zuhause wahrgenommen wurde.
In den 2010er Jahren änderte sich die Dimension grundlegend. 2016 und 2017 zog I-Days in den Raum Monza. Dort wurde aus dem großen Alternative-Festival eine Veranstaltung für Massenpublikum. Green Day, Radiohead, Linkin Park und Justin Bieber konnten an unterschiedlichen Tagen unter derselben Marke funktionieren, obwohl ihre Publikumsgruppen kaum identisch waren. Ab 2018 wurde Mailand endgültig zum Zentrum. Auf dem Experience-Milano-Gelände der ehemaligen Expo traten Pearl Jam, The Killers, Liam Gallagher und Queens of the Stone Age auf. Nach weiteren infrastrukturellen Veränderungen und der Pandemie etablierten sich schließlich die großen SNAI-Rennbahnen San Siro und La Maura als wichtigste Orte. Damit bekam I-Days eine Form, die deutlich näher an einer internationalen Concert Series als am ursprünglichen Festivalwochenende liegt.
Heute sind die einzelnen Veranstaltungstage weitgehend eigenständig. Statt dass ein Publikum drei Tage auf demselben Gelände bleibt und zwischen mehreren Bühnen wechselt, kommt es für einen großen Headliner und dessen Supportprogramm. Die Termine können über Wochen oder Monate verteilt sein, und San Siro und La Maura werden je nach benötigter Kapazität genutzt. Dadurch können Metallica, Lana Del Rey, Travis Scott, Dua Lipa, Stray Kids, Linkin Park oder Olivia Rodrigo nacheinander Teil desselben Festivals sein, ohne dass eine einheitliche Genredefinition notwendig wäre. Der gemeinsame Nenner ist inzwischen die Größe und internationale Bedeutung der Acts. Live Nation verwendet I-Days als Dachmarke für einige der wichtigsten italienischen Open-Air-Termine des Sommers.
Die Besucherzahlen zeigen, wie erfolgreich dieses Modell geworden ist. 2023 kamen insgesamt mehr als 320.000 Menschen; 2024 waren es über 420.000 beziehungsweise nach Festivalangaben über 430.000 zahlende Besucher, ein italienischer Rekord. Zuvor hatte die Pandemie die Entwicklung deutlich unterbrochen. 2020 und 2021 mussten verschoben werden, bereits verkaufte Konzerte wanderten mehrfach durch den Kalender. Green Day, Foo Fighters und Aerosmith gehörten zu den Namen, deren Termine immer wieder angepasst wurden. 2022 kehrte I-Days schließlich mit Greta Van Fleet, Imagine Dragons und Green Day zurück. Die neue Phase in den Mailänder Hippodromen wurde danach schnell größer und musikalisch noch breiter. Pop, Rap und elektronische Musik erhielten mehr Raum, während Rock weiterhin als Verbindung zur eigenen Geschichte bestehen blieb.
Die Ausgabe 2026 verteilte sich vom 25. Juni bis zum 10. September. Maroon 5 eröffneten in San Siro; Florence + The Machine folgten mit Manic Street Preachers und Cliffords; Foo Fighters, IDLES und Fat Dog spielten in La Maura; System of a Down, Queens of the Stone Age und Acid Bath traten am folgenden Tag auf. Nach der Augustpause kamen TonyPitony, David Guetta und zum Abschluss A$AP Rocky. Mehr als 260.000 Menschen besuchten die sieben Termine. Kaum eine einzelne Genreschublade könnte dieses Programm sinnvoll zusammenfassen. Genau das beschreibt jedoch das heutige I-Days: Rock, Metal, Pop, elektronische Musik und Hip-Hop werden durch den gemeinsamen Rahmen eines großen internationalen Mailänder Live-Events verbunden.
Für 2027 sind bereits Blink-182, Fontaines D.C., sombr und Bresh am Ippodromo SNAI San Siro angekündigt. Besonders Blink-182 machen die historische Kontinuität sichtbar, weil sie schon in der frühen Independent-Days-Ära spielten. Ihr erneuter Auftritt verbindet damit die punkgeprägte Bologna-Zeit mit der heutigen riesigen Mailänder Konzertserie. I-Days hat in fast drei Jahrzehnten Stadt, Gelände, Kalender und musikalische Ausrichtung mehrfach verändert. Dass die Marke trotzdem weiterbesteht, liegt gerade an dieser Anpassungsfähigkeit. 1999 war sie ein Treffpunkt für eine alternative Generation; heute ist sie eine der wichtigsten italienischen Plattformen für internationale Großtourneen. Die Form ist kaum wiederzuerkennen, doch die Grundidee bleibt: Im italienischen Sommer sollen einige der relevantesten Live-Acts ihrer Zeit unter einem wiederkehrenden Namen zusammenkommen.
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