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HARDSTYLE - HOUSE - TECHNO
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2 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit
Zahlen, Heimatort und Eigenheiten
Beim Open Beatz Festival verlässt elektronische Musik für mehrere Tage die Clubs und zieht hinaus zwischen Felder, Wiesen und Wald. Die Atmosphäre verändert sich dabei deutlich mit der Tageszeit. Am Nachmittag bleibt die Landschaft noch präsent, Gruppen entspannen zwischen den Auftritten und Besucher bewegen sich frei zwischen den verschiedenen Bereichen. Sobald es dunkel wird, übernehmen beleuchtete Konstruktionen, große Screens und tiefe Bässe zunehmend die Umgebung, bis das Gelände wie eine temporäre elektronische Stadt wirkt. Gerade dieser Gegensatz zwischen Natur und großformatiger Produktion gehört zu den prägendsten Eigenschaften des Festivals.
Open Beatz begann 2009 als vergleichsweise kleines Open-Air-Event innerhalb der regionalen elektronischen Szene. Die ersten Ausgaben waren weit von der später erreichten Größenordnung entfernt, enthielten aber bereits die grundlegende Idee: unterschiedliche Formen elektronischer Tanzmusik innerhalb eines Sommerfestivals zusammenzubringen. Ein wichtiger Entwicklungsschritt folgte 2013 mit dem Wechsel in jene Umgebung, in der das Festival anschließend stark wachsen konnte. Publikum, Produktion, musikalische Vielfalt und Camping gewannen kontinuierlich an Bedeutung, bis sich Open Beatz zu einem der großen elektronischen Festivals im Süden Deutschlands entwickelte.
Besonders charakteristisch ist die Vielzahl elektronischer Szenen, die innerhalb derselben Veranstaltung nebeneinander existieren. House und groß angelegte Mainstage-Sounds nehmen einen sichtbaren Platz ein, doch wenige Minuten Fußweg können zu Techno, Hardtechno, Hardstyle, Hardcore, Trance, Drum & Bass, Goa oder Psytrance führen. Die einzelnen Bereiche entwickeln bewusst unterschiedliche Identitäten. Ein Bühnenwechsel verändert deshalb nicht nur die Musik, sondern auch die Art zu tanzen, die Publikumsdynamik und die visuelle Sprache der Produktion.
Diese Vielfalt macht einen Festivaltag zu einer ständigen Entdeckungsreise. Manche Besucher kommen mit genau ausgearbeiteten Zeitplänen und wissen bereits, welche musikalischen Bereiche sie verfolgen möchten. Andere bewegen sich über das Gelände und entscheiden spontan nach dem Klang, der gerade aus der Ferne zu hören ist. Natürlich kann man viele Stunden an derselben Bühne verbringen, doch ein wesentlicher Teil von Open Beatz erschließt sich erst durch Bewegung. Von House innerhalb weniger Minuten zu Hardstyle oder Techno zu wechseln, gehört vollkommen selbstverständlich zum Wochenende.
Das Camping verlängert diese Erfahrung weit über die offiziellen Spielzeiten hinaus. Für viele Besucher beginnt das Festival mit dem Aufbau des Zelts und endet erst beim Abbau. Auf Zeit entstehen kleine Nachbarschaften aus Freundesgruppen, wiederkehrenden Gästen und Menschen, die sich erst dort kennenlernen. Essen, Getränke, Gespräche und Musik prägen auch die Stunden außerhalb des eigentlichen Festivalgeländes. Dadurch entsteht eine gemeinschaftliche Dimension, die ein einzelner Veranstaltungstag kaum bieten könnte. Schlaf gehört zwar dazu, steht aber selten im Mittelpunkt.
Mit dem Wachstum des Festivals entwickelte sich auch die Produktion weiter. Die größten Bühnen arbeiten mit umfangreichen Konstruktionen, Video, Licht, Effekten und besonderen Eröffnungs- oder Abschlussmomenten. Andere Bereiche orientieren sich stärker an der Atmosphäre bestimmter elektronischer Szenen. Manche wirken monumental, andere bewusst näher an einem Club oder einer Rave. Diese Unterschiede sorgen dafür, dass nicht überall dieselbe Bühnensprache wiederholt wird. Jeder Bereich versucht, seine Gestaltung an die dort stattfindende Musik anzupassen.
Trotz der Dimension bleibt die natürliche Umgebung wesentlich. Das Festivalgelände liegt zwischen Wiesen und Waldflächen, die außerhalb der Veranstaltung wieder landwirtschaftlich und ländlich genutzt werden. Für Besucher ist die Vergänglichkeit der gesamten Infrastruktur deshalb ständig spürbar. Wege, Gras, Staub oder Schlamm je nach Wetter sowie große offene Flächen bleiben unter den Bühnenkonstruktionen sichtbar. Für wenige Tage entsteht eine kleine elektronische Stadt, danach verschwindet sie beinahe vollständig wieder.
Seit dem kleinen Open Air von 2009 ist Open Beatz gewachsen, ohne elektronische Musik auf eine einzige Definition zu reduzieren. Seine größte Stärke besteht gerade darin, unterschiedliche Clubkulturen in einem gemeinsamen Wochenende zusammenzuführen und ihnen dennoch Raum für eine eigene Identität zu lassen. Nach Sonnenuntergang leuchten Bühnen aus der dunklen Landschaft, während jeder Bereich seinen eigenen Rhythmus entwickelt. Aus der Ferne überlagern sich die Bässe, doch beim Näherkommen entsteht jedes Mal eine andere Welt. Diese temporäre Sammlung elektronischer Räume mitten in der Natur beschreibt Open Beatz besser als jede einzelne Bühne.
Genres
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