2015–2027

ALTERNATIVE ROCK - INDIE ROCK - ART ROCK

Eaux Claires

Ranking

#1.247

✓ 6 dokumentierte Editionen — 24 Künstler haben teilgenommen
Nächste Edition

Eaux Claires 2027

Wann

2027

Top-Künstler

Lineup folgt — wir veröffentlichen es sobald es bestätigt ist.

Fan service

Zahlen, Heimatort und Eigenheiten

Dokumentierte Editionen62015–2027
Jahre Geschichte12 Jahreseit 2015
Übliches LandVereinigte Staaten

Über das Festival

Eaux Claires ist immer dann besonders interessant, wenn jemand etwas tut, das am folgenden Wochenende nicht exakt wiederholt werden könnte. Ein Künstler taucht im Set eines anderen auf, Musiker aus unterschiedlichen Szenen entwickeln gemeinsam neues Material, ein Album wird vollständig neu interpretiert oder Justin Vernon beschließt, Bob Dylan mit einem eigens dafür zusammengestellten Ensemble zu spielen. Dieser Laborcharakter unterscheidet Eaux Claires seit seiner Gründung 2015 in Wisconsin. Die Namen auf dem Poster sind wichtig, doch die typischere Frage lautet, was diese Menschen miteinander anfangen werden, sobald sie alle in Eau Claire angekommen sind.

Justin Vernon, der aus der Region stammt und dort einen großen Teil der Welt von Bon Iver aufgebaut hat, gründete das Festival gemeinsam mit Aaron Dessner von The National. Beide hatten jahrelang große Festivals bereist und wollten bewusst auf einige ihrer Gewohnheiten reagieren: permanente Lautstärke, Tagesprogramme, die fast nur um Headliner kreisen, und Veranstaltungen ohne erkennbare Beziehung zu ihren Gastgeberstädten. Die erste Ausgabe auf Foster Farms im Juli 2015 brachte Bon Iver, The National, Sufjan Stevens, Spoon, Sturgill Simpson, Sylvan Esso, Charles Bradley, Indigo Girls, Lizzo, Doomtree und viele andere mit Kunstinstallationen und Performance zusammen.

Foster Farms gab dieser frühen Phase eine starke physische Identität. Das ländliche Gelände am Chippewa River erlaubte Wege zwischen Bühnen, Kunst und unerwarteten Aufführungsorten. Gleichzeitig schuf der Ablauf Raum für Zusammenarbeit. 2016 spielte Bruce Hornsby The Way It Is, Cornelius präsentierte Fantasma und die Dessner-Brüder bauten Day of the Dead rund um Songs der Grateful Dead auf. Erykah Badu, James Blake, Beach House, Vince Staples, Mavis Staples, Jon Hopkins und Bon Iver konnten dasselbe Wochenende prägen, weil Neugier wichtiger war als ein enger Genrebegriff.

2017 wurde diese Idee besonders deutlich. Bon Iver entwickelte gemeinsam mit John Prine ein American-Songbook-Programm, Paul Simon trat mit yMusic auf, und Wilco, Chance the Rapper, Feist, Perfume Genius, Julieta Venegas und Sylvan Esso gehörten zu einem Line-up, in dem Künstler mehrere Tage blieben und in fremden Sets wieder auftauchen konnten. Auch Big Red Machine, die Zusammenarbeit von Vernon und Dessner, erhielt hier eine wichtige Bühne. Die Grenze zwischen eigenem Konzert und Gastauftritt war absichtlich durchlässig. Deshalb entstanden einige charakteristische Momente erst vor Ort und nicht bereits Monate vorher auf dem Poster.

Eaux Claires IV ging 2018 noch weiter. Die Veranstalter beschlossen, vor Beginn kein traditionelles Line-up zu veröffentlichen. Stattdessen erschienen Tonaufnahmen, Gesprächsfragmente, visuelle Collagen und Hinweise auf mögliche Teilnehmer. Der endgültige Zeitplan wurde praktisch erst bekannt, als das Publikum bereits anreiste. The National, Big Red Machine, Julien Baker, Sharon Van Etten, Phoebe Bridgers, Moses Sumney, Pussy Riot und Mouse on Mars gehörten schließlich dazu. Die Ungewissheit gefiel nicht jedem, doch genau darin lag das Experiment: Würde eine Community dem Festival selbst genug vertrauen, um ohne garantierte Headliner zu kommen?

Nach vier aufeinanderfolgenden Sommern beschlossen die Gründer, eine Pause einzulegen. 2019 gab es kein reguläres Festival, weil Konzept und Verhältnis zur Stadt überarbeitet werden sollten. Im November fand Eaux Claires Hiver statt, eine wesentlich kleinere Winterresidenz mit Vernon, Dessner, Jon Hopkins, Ani DiFranco, S. Carey, Poliça und weiteren Künstlern. Improvisation, Gespräche und unfertige Arbeiten standen im Mittelpunkt. Hiver sollte auf Eaux Claires V im Sommer 2020 vorbereiten. Diese fünfte Sommerausgabe kam jedoch nie zustande: Die Pandemie zerstörte die Pläne und aus einem geplanten Zwischenjahr wurden schließlich acht Jahre ohne Hauptfestival.

Im Juli 2026 veränderte die Rückkehr auch den Ort. Eaux Claires verließ Foster Farms und zog in den Carson Park, nur einen Spaziergang von Downtown Eau Claire entfernt. Die Größenordnung sank bewusst auf ungefähr 7.500 Besucher am Freitag, während die Stadt selbst stärker Teil des Programms wurde. Lokale Geschäfte, Veranstaltungen vor Festivalbeginn, regionale Küche und das neue Writers-in-Residence-Programm erweiterten das Erlebnis. Der historische Baseballplatz im Carson Park wurde sogar zu einem zentralen visuellen und erzählerischen Motiv der neuen Ausgabe.

Kurz vor dem Festival änderte sich das Line-up mehrfach. Lil Yachty, Daniel Caesar und Kevin Morby traten letztlich nicht auf. Samia kam hinzu, Aaron Dessner spielte mit Fred again.., und Justin Vernon überraschte mit einem zusätzlichen Auftritt, bevor er den Freitag als Bon Dylan beendete und Bob-Dylan-Songs mit einem großen Ensemble neu interpretierte. Aimee Mann spielte Bachelor No. 2, während Dijon, Julianna Barwick & Mary Lattimore, Gully Boys, Monica Martin, Hotline TNT, Larry Goldings Trio und zahlreiche regionale Musiker den Rest des Wochenendes gestalteten.

Für 2027 gibt es bislang keinen bestätigten Termin. Trotzdem hat 2026 bewiesen, dass Eaux Claires tatsächlich zurückgekehrt ist. Es ist kleiner, städtischer und noch weniger daran interessiert, mit anderen Festivals um die längste Headliner-Liste zu konkurrieren. Seine Zukunft hängt wahrscheinlich davon ab, genau jene Eigenschaften zu bewahren, die sich kaum kopieren lassen: Künstler, die Zeit zum Experimentieren bekommen, eine Heimatstadt, die selbst Teil des Programms wird, und ein Publikum, das akzeptiert, dass manche der besten Auftritte nicht Monate im Voraus angekündigt werden können.

Offizielle Website · eauxclaires.com

Genres

alternative rock

indie rock

art rock

Steckbrief

Üblicher Monat
Juli
Typische Dauer
2 Tage
Übliche Stadt
Eau Claire, Wisconsin
Längste Serie
4 Jahre hintereinander
Veranstalter
Justin Vernon y Aaron Dessner
Erste Edition
2015

Zeitstrahl

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