2014–2026

FOLK - JAZZ - SOUL

Festival Django Reinhardt

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✓ 4 dokumentierte Editionen — 25 Künstler haben teilgenommen

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Zahlen, Heimatort und Eigenheiten

Dokumentierte Editionen42014–2026
Jahre Geschichte44 Jahreseit 1983
Übliches LandFrankreich

Über das Festival

Nur wenige Festivalgeschichten beginnen so unmittelbar in der Erinnerung an einen einzelnen Musiker. Django Reinhardt ist hier nicht einfach ein berühmter Name, der später einem Jazzfestival gegeben wurde. Er verbrachte seine letzten Lebensjahre in Samois-sur-Seine, ging dort angeln, spielte Billard, empfing Musikerfreunde und wurde nach seinem Tod 1953 im Dorf beigesetzt. Als Samois im Mai 1968 zum fünfzehnten Todestag ein Gedenkkonzert organisierte, war der Ort bereits Teil der Erzählung. Stéphane Grappelli und Djangos Sohn Babik gehörten zu den Beteiligten. Aus diesem ersten Treffen entstand nicht sofort ein jährliches Festival, doch weitere Hommagen 1973 und 1978 führten schließlich 1983 zur regelmäßigen Veranstaltung, die bis heute fortbesteht.

Jahrzehntelang war die Île du Berceau, eine kleine grüne Insel an der Seine, ihr physisches Zentrum. Dort entstand ein Ruf, der die geringe Größe des Geländes weit übertraf. Professionelle Gitarristen, Amateure, Instrumentenbauer und internationale Besucher bewegten sich auf denselben Wegen und fanden sich regelmäßig in spontanen Sessions wieder. Die offizielle Festivalgeschichte erinnert an Jahre mit unberechenbarem Wetter, provisorischen technischen Lösungen und Musikern, die ungeplante Jams begannen, weil sie sich nach langer Zeit wiedertrafen. Mit wachsender Größe kamen Verträge, Sicherheitsauflagen und professionellere Abläufe hinzu. Ein Teil der produktiven Unordnung blieb dennoch bestehen und machte Samois für Gypsy-Jazz-Gitarristen zu einer Art Wallfahrtsort.

Musikalisch war die Veranstaltung nie darauf beschränkt, Djangos Repertoire wie ein Museumsstück zu reproduzieren. Biréli Lagrène, Stochelo Rosenberg, Boulou und Elios Ferré, Didier Lockwood und mehrere Generationen von Gitarristen hielten den Saitenswing lebendig, doch auf denselben Programmen standen auch Art Blakey, Chet Baker, Barney Kessel, Paco de Lucía, John McLaughlin, Chucho Valdés, Tigran Hamasyan, Marcus Miller und Fred Wesley. Gerade diese Offenheit wurde wesentlich. Ein überzeugendes Denkmal für einen Musiker, der europäischen Jazz radikal verändert hatte, konnte kaum darin bestehen, seinen Stil einzufrieren. Djangos Erbe wurde stattdessen zum Ausgangspunkt für Bebop, modernen Jazz, Funk, Soul, Flamenco, Balkanmusik und kubanische Traditionen.

2016 kam der einschneidendste Moment. Historisches Hochwasser überflutete die Île du Berceau nur wenige Wochen vor dem Festival. Die Organisatoren mussten kurzfristig in den Park des Château de Fontainebleau ausweichen. Was zunächst als Notlösung gedacht war, entwickelte sich zum zweiten Kapitel. Seit 2017 findet das Hauptprogramm dauerhaft auf der Prairie du Bois d’Hyver zwischen alten Bäumen im Schlosspark statt. Damit ging etwas von der insularen Intimität Samois’ verloren, doch das Festival gewann mehr Platz, bessere Infrastruktur und Möglichkeiten für ein größeres Publikum. Das ursprüngliche Dorf wurde nicht aufgegeben: Samois veranstaltet weiterhin eine kostenlose Eröffnung und bleibt emotionaler Ausgangspunkt der gesamten Woche.

Heute verteilt sich diese Identität auf mehrere Ebenen. Die Scène Django ist für die größeren Konzerte reserviert und öffnet Jazz regelmäßig in Richtung Soul, Funk und aktuelle Musik. Die kleinere Scène des Luthiers liegt im Village des Luthiers, wo Instrumentenbauer Gitarren, Geigen, Zubehör und handwerkliche Techniken präsentieren. Dort findet außerdem ein Wettbewerb für aufstrebende Gypsy-Jazz-Gruppen statt; ausgewählte Gewinner dürfen im folgenden Jahr auf der Hauptbühne spielen. Dieses Handwerk ist kein dekorativer Zusatz. Bei einer Tradition, in der Anschlag, Bauweise und Weitergabe von Spieltechniken eine besondere Rolle besitzen, gehören Instrumentenbau und Nachwuchsförderung unmittelbar zur musikalischen Geschichte.

Außerhalb des kostenpflichtigen Geländes bringt Off Django kostenlose Konzerte in die Innenstadt von Fontainebleau. Das Camping in Samoreau besitzt wiederum eine informelle Parallelwelt aus nächtlichen Sessions. Für viele spezialisierte Besucher gehören diese Jams zu den wichtigsten Momenten. Man kann am Nachmittag einen international bekannten Gitarristen auf einer professionellen Bühne hören und Stunden später Musiker antreffen, die ohne Zeitplan einfach zusammenspielen. Diese Durchlässigkeit bewahrt etwas vom alten Samois. Obwohl das Festival inzwischen ungefähr zwanzigtausend Besucher erreicht und rund 250 Freiwillige einsetzt, lässt sich seine Grundidee noch immer mit zwei Gitarren, Kontrabass und einem gemeinsam bekannten Standard rekonstruieren.

Die 46. Ausgabe vom 25. bis 28. Juni 2026 zeigte die heutige stilistische Breite. Youn Sun Nah und José James präsentierten unterschiedliche Formen des Vocal Jazz; Thee Sacred Souls brachte kalifornischen Soul, Asaf Avidan Elemente aus Folk und Rock. Olli Soikkeli trat mit Stochelo Rosenberg und Paulus Schäfer auf, eine konzentrierte Demonstration moderner Gypsy-Jazz-Gitarre. Las Migas verband das Festival mit Flamenco, Thibault Cauvin mit klassischer Gitarre und MEUTE verwandelte Bläser und Percussion in eine Techno-Marching-Band. Für Samstag waren Cory Wong, Roberto Fonseca, Vincent Segal, Mozes Rosenberg sowie Fanou Torracinta und Hugo Guezbar geplant. Wegen einer amtlichen Unwetterwarnung wurde jedoch das gesamte Programm dieses Tages abgesagt.

Das Wetter kehrte damit auf bemerkenswert direkte Weise in eine Geschichte zurück, die schon immer von Fluss, Landschaft und offenen Bühnen abhängig gewesen war. Zehn Jahre nach der Überschwemmung, die das Festival aus seiner ursprünglichen Heimat vertrieben hatte, erinnerte eine neue Wetterlage daran, dass auch ein Schlosspark nicht vollständig kontrollierbar ist. Am Sonntag konnte die Musik fortgesetzt und die Ausgabe abgeschlossen werden. Offizielle Termine für 2027 liegen noch nicht vor, doch die Association du Festival Django Reinhardt bleibt aktiv und arbeitet auch außerhalb des Sommerwochenendes. Samois trägt weiterhin die Erinnerung, Fontainebleau bietet dem heutigen Festival Raum, und zwischen beiden Orten bleibt Djangos Musik beweglich genug, um nicht zum historischen Denkmal zu erstarren.

Offizielle Website · www.festivaldjangoreinhardt.com

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Genres

FOLK

JAZZ

SOUL

Steckbrief

Üblicher Monat
Juni
Typische Dauer
3 Tage
Übliche Stadt
Fontainebleau
Verschiedene Städte
2
Veranstalter
Association du Festival Django Reinhardt (Jean-François Robinet, Maurice Cullaz)
Erste Edition
1983

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