2015–2027

JAZZ - FUSION JAZZ - SOUL JAZZ

ELBJAZZ

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✓ 6 dokumentierte Editionen — 59 Künstler haben teilgenommen
Nächste Edition

ELBJAZZ 2027

Wann

09–10 JULI 2027

Top-Künstler

Lineup folgt — wir veröffentlichen es sobald es bestätigt ist.

Noch

282
Tage
10
Std
01
Min
12
Sek

Bei welcher warst du (oder wirst du sein)?

6 Editionen zum Entdecken · Zukunft, live und Vergangenheit

Fan service

Zahlen, Heimatort und Eigenheiten

Dokumentierte Editionen62015–2027
Jahre Geschichte17 Jahreseit 2010
Übliches LandDeutschland

Über das Festival

Bei kaum einem Festival bedeutet der Wechsel zur nächsten Bühne tatsächlich, einen Hafen zu durchqueren. In großen Teilen seiner Geschichte konnte ein Abend beim ELBJAZZ heißen, eine Schiffbauhalle zu verlassen, unter Werftkonstruktionen hindurchzugehen und für das nächste Konzert ein Boot in einen anderen Teil von Hamburg zu nehmen. Die Kräne bei Blohm+Voss sind keine eigens aufgebaute Industriekulisse, sondern gehören zu einem realen Werftgelände. Genau daraus entstand seit 2010 ein wesentlicher Reiz des Festivals. Jazz wird hier nicht aus dem Alltag der Stadt herausgelöst und in einen neutralen Kulturraum gebracht. Er trifft mitten auf jene maritime Infrastruktur, die Hamburg seit Jahrhunderten wirtschaftlich, architektonisch und gesellschaftlich prägt.

Die Idee entstand bereits 2008. Tina Heine veranstaltete in ihrem Lokal Hadley’s im Grindelviertel eine regelmäßige Jazzreihe und fragte sich irgendwann, warum Hamburg kein großes, populäres Jazzfestival besaß, das die gesamte Stadt wahrnehmen musste. Nina Sauer wusste sofort, wo ein solches Festival stattfinden sollte: im Hafen. Später kamen erfahrene Partner wie Karsten Jahnke und Folkert Koopmans hinzu. Am 28. und 29. Mai 2010 wurde aus dem Konzept Realität. Rund 10.000 Besucher erlebten Künstler wie Till Brönner, Manu Katché, Mariza und Portico Quartet an zahlreichen Spielorten rund um Hafen und HafenCity. ELBJAZZ begann nicht als kleines Experiment, das langsam wachsen musste; die ungewöhnliche räumliche Idee stand bereits beim Debüt vollständig im Mittelpunkt.

Dadurch wurde Hamburg nie bloß zur Ortsangabe unter dem Festivalnamen. Werften, Schiffe, Kirchen, Museen und Industriegebäude wurden über die Jahre zu Bühnen. Blohm+Voss entwickelte sich zum dauerhaftesten Zentrum, eingerahmt von Docks, Stahl, Containern und gewaltigen Kränen. Zu anderen Zeiten gehörten Hafenmuseum, St. Katharinen, MS Stubnitz, MS Bleichen oder Fischauktionshalle zum Parcours. Barkassen verbanden verschiedene Festivalbereiche und brachten neben Atmosphäre auch praktische Probleme mit sich. Wartezeiten konnten sorgfältig geplante Konzertfolgen durcheinanderbringen. Gleichzeitig entstand gerade dadurch etwas, das auf einem normalen Festivalgelände fehlt: Besucher mussten den Hafen nicht nur betrachten, sondern seine Entfernungen, Wasserwege und Hindernisse tatsächlich erleben.

Auch musikalisch lehnte ELBJAZZ eine enge Definition früh ab. Dianne Reeves, Jan Garbarek, Michael Wollny und die NDR Bigband standen für sehr unterschiedliche Spielarten des Jazz, während Jamie Cullum, Chilly Gonzales, Soul, Funk, Hip-Hop und elektronische Einflüsse die Grenzen ständig erweiterten. 2024 wurde diese Strategie besonders offensiv. Mit Jungle, The Streets und Faithless rückte das Festival deutlich in Richtung Crossover und zog rund 22.500 Menschen an. Gleichzeitig stellte sich die Frage, ob die Öffnung zu weit ging. Wenn immer größere Rock-, Pop- oder Electronic-Acts das Plakat prägen, wie viel Jazz muss ein Festival namens ELBJAZZ noch enthalten? Diese Diskussion war keine nebensächliche Kritik, sondern wurde anschließend selbst Teil der Neuorientierung.

Eine Krise hatte das Festival bereits früher überstanden. Nach schnellem Wachstum entstanden finanzielle Schwierigkeiten, und nach 2015 musste die Struktur neu geordnet werden. 2016 fand kein ELBJAZZ statt. Die Rückkehr 2017 veränderte das Festival räumlich entscheidend: Die gerade eröffnete Elbphilharmonie wurde Spielort. Seitdem stehen zwei sehr unterschiedliche Bilder nebeneinander. Blohm+Voss bietet rohe industrielle Dimensionen, Hallen und Arbeitsarchitektur; die Elbphilharmonie steht für akustische Präzision und die repräsentativste Seite der Hamburger Hochkultur. Das Festival musste sich nicht zwischen beiden entscheiden. Gerade die Möglichkeit, Jazz an einem Tag in einer Werft und im spektakulärsten Konzertsaal der Stadt zu hören, machte die Verbindung ungewöhnlich glaubwürdig.

2025 folgte eine zweite Pause, diesmal aus einem anderen Grund. Die Veranstalter fanden nach eigener Aussage nicht genügend passende und attraktive Jazz-Headliner und entschieden sich gegen eine erzwungene Ausgabe. Stattdessen wurde das Datum neu geplant und ab 2026 in den Juli verschoben, um ELBJAZZ besser mit anderen europäischen Jazzfestivals und den Tourneeplänen internationaler Musiker zu verbinden. Das Comeback wurde ausdrücklich als Rückkehr zu den Wurzeln bezeichnet. Rund dreißig Acts sollten Jazz und verwandte Genres wieder stärker ins Zentrum rücken. Jamie Cullum, Snarky Puppy, Nubya Garcia, José James mit China Moses, Greentea Peng, The Bad Plus und die NDR Bigband zeigten dabei, dass „zurück zum Jazz“ keineswegs stilistische Abschottung bedeutete.

Am 10. und 11. Juli 2026 kamen etwa 19.000 Menschen zur Rückkehr. 33 Bands und Künstler spielten auf vier Bühnen bei Blohm+Voss. Jamie Cullum und Tom Jones gehörten zu den prominentesten Namen des Werftprogramms, während Joss Stone und Chilly Gonzales separate Elbphilharmonie Specials mit eigenen Tickets gaben. Neu war außerdem eine Hamburg Stage, die der lokalen Szene mehr sichtbaren Raum verschaffte. Damit kehrte eine Idee zurück, die bereits zur Gründung gehörte: Internationale Stars sollten nicht einfach über Hamburg hinwegfliegen, sondern neben Musikern der Stadt auftreten und deren Szene stärken. Das Festival fungiert dadurch zugleich als Schaufenster nach außen und als Moment lokaler Selbstvergewisserung.

Für den 9. und 10. Juli 2027 ist die nächste Ausgabe bereits bestätigt. Weil die Elbphilharmonie zu diesem Zeitpunkt in ihrer Spielzeitpause liegt, werden die zugehörigen Konzerte als Satellitenveranstaltungen zu anderen Terminen stattfinden. Für ELBJAZZ ist auch das eher Anpassung als Identitätsverlust. Über die Jahre haben sich Spielorte, Programmstrategie und organisatorische Modelle mehrfach verändert. Stabil geblieben ist eine einfachere Idee: Jazz soll mit dem Hamburger Hafen kollidieren. Ein anderes Festival kann dieselben Musiker buchen, doch nicht dieselbe Szene herstellen, wenn nach dem letzten Ton eine Hallentür aufgeht und dahinter ein Dock, die Elbe und riesige Kräne stehen. In diesem Moment wird verständlich, warum dieses Festival nie sinnvoll auf eine gewöhnliche Wiese hätte umziehen können.

Offizielle Website · www.elbjazz.de/en/home

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Genres

JAZZ

fusion jazz

soul jazz

Steckbrief

Üblicher Monat
Juni
Typische Dauer
2 Tage
Übliche Stadt
Hamburg, Hamburg
Längste Serie
3 Jahre hintereinander
Veranstalter
Tina Heine y Nina Sauer (ELBJAZZ GmbH)
Erste Edition
2010

Zeitstrahl

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