2001–2027

HIP HOP - INDIE - ROCK

Highfield Festival

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Highfield Festival 2027

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2027

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Lineup folgt — wir veröffentlichen es sobald es bestätigt ist.

Fan service

Zahlen, Heimatort und Eigenheiten

Dokumentierte Editionen152001–2027
Jahre Geschichte29 Jahreseit 1998
Übliches LandDeutschland

Über das Festival

Wer die Störmthaler-See-Halbinsel bei Großpösna kennt, sieht dort vor allem Wasser, Strand und Bühnentürme dicht beieinander — kaum jemand vermutet, dass der Name des Festivals eigentlich eine Übersetzung ist. 1998 übertrugen die Gründer den Ortsnamen Hohenfelden, eines Stausees bei Erfurt, wörtlich ins Englische: Highfield, "hohes Feld". Aus dieser sprachlichen Fingerübung wurde eine Marke, die zunächst rund zehntausend Besucher anzog und über fast drei Jahrzehnte eines der wichtigsten Rock- und Indie-Festivals Ostdeutschlands blieb. Der übersetzte Name blieb dabei mehr als ein Kuriosum: Er erinnerte bei jedem Blick auf ein Plakat daran, dass dieses Festival aus einem konkreten Ort und nicht aus einem Marketingbüro stammte.

Die Trägerschaft durch FKP Scorpio und Semmel Concerts — beide erfahren im großformatigen deutschen Festivalgeschäft — gab Highfield von früh an professionelle Infrastruktur, ohne den regionalen Charakter zu verwässern. Aus den anfänglichen zehntausend Gästen wurde eine Kurve, die bis auf etwa fünfunddreißigtausend in den stärksten Jahren stieg und sich später bei rund achtundzwanzigtausend einpendelte — Wachstum, das weder stagnierte noch außer Kontrolle geriet. Diese Zusammenarbeit zwischen zwei etablierten Promotern erklärt, warum das Festival trotz seiner Größe nie den Ruf eines reinen Konzerns bekam: Beide Häuser ließen dem Line-up und der Standortpflege genügend Eigenständigkeit.

2010 zog das Festival vom Hohenfeldener Stausee an den Störmthaler See bei Großpösna um, näher an Leipzig. Anders als der Ursprungsort war dieses Gewässer kein natürlicher See, sondern eine ehemalige Braunkohlegrube, die geflutet und zu einem Freizeitgebiet mit künstlichem Strand umgestaltet wurde. Im Sommer schwimmen Besucher dort zwischen zwei Bühnenwechseln im selben Wasser, das einst Kohle förderte. Der Umzug folgte praktischen Gründen — bessere Autobahn- und Bahnanbindung, mehr Platz für wachsende Besucherzahlen — erzählte aber zugleich eine Geschichte über eine Region, die ihre industrielle Vergangenheit in Freizeitlandschaft verwandelte. Für viele Besucher aus dem Leipziger Umland wurde der See damit zu einem doppelten Symbol: Erholungsort im Alltag und Festivalgelände einmal im Jahr, beides auf demselben ehemaligen Tagebaugrund.

Musikalisch verband Highfield Genres, die auf deutschen Festivalbühnen selten so selbstverständlich nebeneinanderstehen: Rock, Indie, Punk, Pop und Hip-Hop. Iggy Pop headlinte eine Ausgabe, die die historische Ambition des Projekts zusammenfasste; Guano Apes und Beatsteaks lieferten das Rückgrat deutschen Rocks mit Gitarrensounds, die mehrere Generationen kannten; Dropkick Murphys brachten internationalen Celtic Punk zu einem Publikum, das die Stilrichtung längst über heimische Bands kannte. Parallel dazu zeigte der Aufstieg des deutschen Hip-Hop — Die Fantastischen Vier als Gründungsveteranen, Kraftklub und SDP als jüngere Stimmen — dass Rap bei Highfield nie symbolische Pflichtübung war, sondern legitimer Teil der Klang-DNA.

Der Tagesrhythmus unterschied sich deutlich von den meisten deutschen Festivals: tagsüber diente der See als Erholungszone, Schwimmer trieben nahe an Bühnen, die noch aufgebaut wurden, Camper flüchteten zwischen Sets vor der Hitze an den Strand; abends verdichtete sich die Energie auf den Hauptbühnen, während der Campingplatz die Erfahrung natürlich verlängerte. Diese Kombination aus Wasser und Gitarrenmusik unterschied Highfield von urbanen Events oder Messegelände-Festivals und erklärt, warum viele Besucher weniger wegen eines bestimmten Line-ups zurückkehrten als wegen des Formats selbst. Wer zum ersten Mal anreiste und ein gewöhnliches Wiesenfestival erwartete, verstand meist schon beim ersten Blick auf den Strand, dass hier Rockmusik und Seeurlaub in einem einzigen Wochenende zusammenfielen. Handtuch, Zeltplane und Ohrstöpsel gehörten deshalb gleichermaßen zur Packliste wie bei kaum einem anderen deutschen Festival dieser Größenordnung.

Fast drei Jahrzehnte lang bedeutete Highfield mehr als eine Namensliste: Es war das Festival, das sich Fans aus Thüringen und Sachsen zu eigen machen konnten, in einem Tourzirkus, der historisch nach Westdeutschland tendierte. Diese regionale Zugehörigkeit erklärt, warum das Publikum den Standortwechsel ohne große Widerstände mittrug und die Ufer von Großpösna auch dann noch füllte, als andere mittelgroße deutsche Festivals den Druck internationaler Großmarken zu spüren begannen. Wer als Jugendlicher zum ersten Mal am Hohenfeldener Stausee campierte, brachte diese Loyalität oft Jahrzehnte später noch mit an den Störmthaler See.

Die Produktionskosten für Festivals dieser Größenordnung stiegen nach der Pandemie deutlich — Sicherheit, Logistik, Gagen und Zulieferungen verteuerten sich binnen wenigen Jahren um fast fünfundvierzig Prozent —, und dieser wirtschaftliche Druck wog am Ende schwerer als die Treue des Publikums. Die Organisation entschied sich, das Projekt mit einer Abschiedstournee im August zweitausendsechsundzwanzig zu beenden und damit ein Kapitel zu schließen, das mit der wörtlichen Übersetzung eines thüringischen Ortsnamens begonnen hatte und am Ufer eines rehabilitierten Tagebausees bei Leipzig endete.

Zwischen Hohenfelden und Störmthaler See, zwischen zehntausend und fünfunddreißigtausend Besuchern, zwischen internationalem Punk und deutschem Hip-Hop hinterlässt Highfield die Blaupause eines ostdeutschen Festivals, das gewachsenen Anspruch mit regionalem Akzent verband — und bewies, dass Rock, Indie und Hip-Hop sich ein Wochenende teilen können, ohne dass sich einer der drei wie ein Gast zweiter Klasse fühlen muss.

Offizielle Website · highfield.de

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Genres

HIP HOP

INDIE

ROCK

Steckbrief

Üblicher Monat
August
Typische Dauer
3 Tage
Übliche Stadt
Erdweg, Bayern
Längste Serie
6 Jahre hintereinander
Veranstalter
FKP Scorpio / Semmel Concerts
Erste Edition
1998

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